Der CDU-Kandidat heißt Uli Hoeneß

Die Bombe platzte gestern am späten Nachmittag, als das Triumvirat Herbert Dörfler, Dr. Hans-Walter Roth und Gerd Dusolt gemeinsam vor die Presse trat und mit sichtlichem Stolz verkündete:: „Die Auswahlkommission der CDU ist zu einem einstimmigen Ergebnis gekommen. Bei der OB-Wahl im Dezember werden wir mit einem eigenen Bewerber gegen Gönner antreten. Unser Kandidat ist Uli Hoeneß.“ Der Ulmer Metzgersohn habe keinen Augenblick gezögert, und der Bitte der Ulmer CDU um eine Kandidatur sofort entsprochen. Damit hat das tagelange Tauziehen um die Auswahl eines geeigneten Bewerbers für das Oberbürgermeisteramt ein Ende, in dessen Verlauf viele hochkarätige Namen gehandelt wurden, darunter auch die immer noch rüstigen Ulmer Urgesteine Udo Botzenhardt und Ernst Ludwig. Neben der Tatsache, dass er ein Sohn dieser Stadt ist, qualifiziere Hoeneß sich vor allem durch seinen gewinnenden Charme sowie die oft unter Beweis gestellte Fähigkeit zur parteiübergreifenden Konsensbildung. Hoeneß empfehle sich aber vor allem durch seine überzeugenden Erfolge als Sportler, Unternehmer und Topmanager des deutschen Fussballs.
Mit dieser Entscheidung leite die Ulmer CDU auch einen Generationswechsel ein. Dörfler wörtlich: „Wir geben den Stab an die junge Generation weiter.“ Am frühen Abend hatten die Medienvertreter dann Gelegenheit, ein kurzes Statement des Überraschungskandidaten per Konferenzschaltung aus München zu erleben. Hoeneß verlas eine vorbereitete Erklärung, in der es hieß: “Ich habe mich der Pflicht zum Dienst für das Vaterland nie entzogen, weder als Wehrpflichtiger noch als Fußballnationalspieler. Meine vielfältigen Erfahrungen, die ich als Verantwortlicher des FC Bayern München sammeln konnte, werden mir von unschätzbarem Wert im politischen Amt sein.“ Den Schwerpunkt seiner politischen Arbeit als Stadtoberhaupt sieht Hoeneß in den ersten acht Amtsjahren in einer „konsequenten Kommerzialisierung der Kommunalpolitik“ und der rigorosen Anwendung des Sponsoring-Gedankens. Auf Rückfragen der Journalisten erläuterte er: „Warum soll ein Rathaus nicht den Namen eines fähigen ortsansässigen Unternehmers tragen? Was ist dagegen einzuwenden, dass ein Sozialamt nach dem IHK-Präsidenten benannt wird? Solche Maßnahmen drücken einerseits aus, wieviel Wertschätzung die Stadtgesellschaft ihren Unternehmerpersönlichkeiten entgegenbringt. Andererseits bringt das Geld in die Stadtkasse.“ Der amtierende OB reagierte mit großer Gelassenheit auf die Präsentation des CDU-Kandidaten. Gönner sagte: „Ich habe in sechzehn Jahren politischer Tätigkeit so viel Kubikmeter Wohn- und Geschaftsräume im Ulmer Zentrum bauen lassen, wie kein Oberbürgermeister dieser Stadt vor mir. Diese Positivbilanz wird beim Bürger Anerkennung finden. Egal, wer gegen mich kandidiert.“ Dem Vernehmen nach hat nun auch die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FWV Helga Malischewski ihren Widerstand gegen einen eigenen Kandidaten bei die Dezemberwahl aufgegeben. Allerdings favorisiert sie ebenfalls einen Sportler; man sei mit Dieter Baumann im Gespräch, hieß es.

/ 10.4.07

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