Kampf der Ulmer OB-Kandidaten

Der Kampf um die Macht im Ulmer Rathaus geht im Verborgenen weiter. Alle Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters, das im November durch die Wähler neu vergeben wird, feilen an ihren Wahlkampfstrategien. Während die Lokalpresse den Machtkämpfen wenig Aufmerksamkeit schenkt und sich in ihrer Samstagausgabe lieber selbst auf die Schulter klopft ( „Die Neu-Ulmer Stadtspitze hatte … wohl nicht mit der Findigkeit Ruschitzkas gerechnet“) fühlen wir uns in der Pflicht des Chronisten. Der Amtsinhaber Gönner ist verletzungsbedingt im Krankenstand und weilt zu Hause. Wir erlauben uns an dieser Stelle, ihm eine gute und rasche Genesung zu wünschen. Aber er ist nicht untätig. Aus zuverlässiger Quelle erfuhren wir, dass der alte Fuchs die Zeit nutzt, um in seinem Atelier seine künstlerische Kompetenz mit Hilfe von Staffelei, Leinwand, Ölfarbe und Pinsel zu verbessern. Und er tut gut daran. In diesem Wahlkampf wird nach Meinung einiger Fachleute die Kunst als Mittel, um die Gunst der Massen zu erringen, eine nicht unwesentliche Rolle spielen. Für die Kreativitätspausen empfehlen wir dem amtierende OB die Lektüre des DONAUFISCH, denn wie sagt der Ulmer? „Zu viel HUT – tut niemals gut“. Die Konkurrenten Milde und Kienle betreiben unterdessen wohlkalkulierte Zielgruppenarbeit: Dem Vernehmen nach wurden beide auf der Maikundgebung des DGB gesehen, Milde soll vor dem Podium und vor Pressefotografen eine rote Fahne geschwenkt , Kienle mit erhobener und geballter Faust Parolen gerufen haben, die von unserem Informanten aber leider nicht verstanden wurden. Am Sonntag wohnten beide Kandidaten in der ersten Bankreihe dem Münstergottesdienst bei.
Freilich bleibt mancher Versuch, durch Zielgruppenarbeit Vorteile im Wahlkampf zu erringen, schon im Ansatz stecken. Vom Organisationsteam des Ulmer Zeltes wird berichtet, dass man das Angebot Kienles dankend ablehnend musste, durch die unentgeltliche Vorführung von Zauberkunststücken vor Publikum im Ulmer Zelt zur Linderung der fianziellen Nöte der Einrichtung beizutragen. Bleibt dem Chronisten am Ende noch eine gute Nachricht zu vermelden. Nach uns vorliegenden Informationen soll es Herrn Milde gelungen sein, den Ulmer Musiker Hellmut Hattler zu gewinnen, eine Wahlkampfhymne zu komponieren; mit der Textgestaltung wurde eine namhafte Ulmer Werbeagentur beauftragt. Wir dürfen gespannt sein, was dieser Wahlkampf noch an Überraschendem für uns bereithält.

 

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