Donau-Akademie präsentiert Versager

Ab Herbst nimmt die Donau-Akademie ihren Lehrbetrieb auf. Wie bekannt wurde, hat sich der Programmrat für das Wintersemester etwas ganz Besonderes einfallen lassen. In mehreren Abendveranstaltungen sollen auf dem Podium bedeutende Menschen aus unserer Wirtschaft vorgestellt werden, die eines verbindet : sie haben schwere Fehler gemacht, die für das Unternehmen, für das sie tätig sind, katastrophale Konsequenzen hatten oder haben. Wie ein Sprecher der Akademie sagte, habe man das Thema „Top-Versager“ bewußt gewählt, um sich von unzähligen TV-Talkshows zu unterscheiden, zu deren Gästen ausschließlich erfolgreiche Menschen zählten. Der Sprecher wörtlich: „Wir lernen aus Fehlern. Das ist der Kerngedanke unserer Reihe. Ein weiterer Gedanke, der uns bei der Konzeption des Forums leitete, war, führende Manager dem einfachen Bürger menschlicher und nahbarer zu machen, was wie von selbst geschieht, wenn der Bürger sieht, welche Bullshit die Bosse oft anrichten. Es gibt den Menschen Mut und Zuversicht zu sehen, dass selbst die schlimmsten Fehler mit keinerlei Einbußen bei Ansehen und Lebensstandard verbunden sind.“ Zur Auftaktveranstaltung erwartet die Donau-Akademie den ehemaligen Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp. Seine Entscheidung führte1998 zum Kauf des amerikanischen Autoherstellers Chrysler durch Daimer Benz für 36 Milliarden Euro. Der jetzt beschlossenen Wiederverkauf, der durch ständige Verluste unumgänglich war, fügt der Daimler AG einen Schaden von über 30 Milliarden zu. Dabei sind die Steuergelder, die dem Stuttgarter Konzern wegen des Kaufes 1989 und in den Folgejahren vom Finanzamt erlassen worden sind, noch gar nicht mitgerechnet. Ein Abend beschäftigt sich mit den Versagern vom Siemenskonzern. Schmiergelder in Höhe von 450 Millionen Euro wurden von ihnen investiert, um in der Telekommunikationssparte Vorteile zu erringen, das Wohlverhalten des Chefs der Arbeitnehmervereinigung AUB zu sichern und um Aufträge des italienischen Energiekonzerns Enel zu erhalten. Unklar ist, wer aus der Konzernspitze beim Forum der Donau-Akademie teilnehmen wird. Der Ausfsichtsratsvorsitzende Heinrich von Pierer und der Zentralvorstand Johannes Feldmayer sind im Gespräch. Eine Teilnahme Feldmayers wäre nur möglich , wenn er wieder aus der Untersuchungshaft entlassen ist. Als Versager aus der Region wird der IHK Präsident Dr. Peter Kulitz einen Abend auf dem Forum der Akademie bestreiten.Als Aufsichtsratsvorsitzender der Ulmer Volksbank hat Dr. Kulitz durch Fehlentscheidungen bei der Besetzung und Entlassung von Führungspersonal dem Traditionsunternehmen einen nicht quantifizierbaren Schaden zugefügt. Der Verlust an Vertrauen und Ansehen in der Belegschaft und unter den Kunden der Bank ist erheblich. Wie steht der Wirtschaftsboss zu seinen Fehlern? Welche Folgen hatten sie für sein persönliches Leben? Solche und weitere Fragen wollen die Veranstalter mit den Forumsgästen und dem Publikum behandeln. Das Team vom virtuellen Gasthaus plant ein ähnliches Forum. Mit so hochkäratiger Besetzung können wir sicher nicht dienen, wir haben Mühe, Kleingewerbetreibende zu finden, denen ähnliche Fehler unterlaufen sind.

 

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