Donaustrand in Ulm

An der schönen blauen Donau

Seit mehreren Wochen ist es ein Thema in Ulm : Baubürgermeister Wetzig und seine Bauverwaltung wollen in der Höhe des SSV Bades einen „Kiesstrand“ an der schönen blauen Donau anlegen lassen, einen „Badestrand“ für Familien und ihre Kinder, der die Stadtkasse schlappe 250000.- € kosten wird. Und alles ist schon auf gutem Wege : im zuständigen Ausschuss des Gemeinderates schlossen sich die weisen Räte der Verwaltungsvorlage einstimmig an, keine Gegenstimme, kein Widerstand aus keiner Fraktion! Ein Experte in Sachen Naturschutz war ebenfalls der Ansicht, dass es sich bei diesem Projekt um etwas überaus Unterstützenswertes handele. Einzig der Chef der Lokalzeitung bewies unter den öffentlichen Personen Ulms Verstand und nahm den Kampf auf, schrieb Artikel, Kommentare und Glossen gegen die neuerliche Zumutung des Stadtexperten für Stahlbeton Wetzig, ließ unzählige Leserbriefe entrüsteter Bürger abdrucken und führte eine Telefon-Voting-Aktion unter den Zeitungslesern durch, deren Ergebnis über die Meinung der Steuerzahler keinen Zweifel zuläßt : Es gibt in Ulm kaum jemand, der diesem schwachsinnigen Kiesstrand-Projekt zustimmen würde, wenn er abstimmen könnte.

Reicht es nicht, dass Herr Wetzig mit seinen Radwegeplänen vor vielen Jahren das westliche Donauufer zubetonieren und eine unnötige Brücke errichten ließ, muss er jetzt auch noch die östlich gelegenen Ufer in eine Steinwüste verwandeln?
Warum hat keiner der Stadträte oder die Bauverwaltung den Rat des Gesundheitsamtes zu diesem „Projekt“ eingeholt? Das Gesundheitsamt führt regelmäßig Kontrollen aller Gewässer durch, würde dort angefragt werden, würde schnell eine eindeutige Auskuft erteilt: Vom Baden in der Donau wird dringend abgeraten!

Wie sollen die Bürger das Verhalten eines Bürgermeisters bewerten, der die maßgebliche Meinung einer Einrichtung, die für Gesundheitsfragen zuständig ist, in den Wind schlägt oder gar nicht erst einholt?

Die Donau ist schon lange nicht mehr blau; wollen wir hoffen, dass auch die Mitglieder des Ulmer Gemeinderates nicht blauäugig oder blau sind, wenn sie über die Schnappsidee Donaustrand abstimmen werden.

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3 Antworten auf “Donaustrand in Ulm”

  1. Ich bin zwar kein Ulmer, darf also nicht mitreden, aber es freut mich, dass sie hier sehr anschaulich aufzeigen, wie die „Demokratie“ bei uns funktioniert. Jetzt schon wieder ein schönes Beispiel für auf den ersten Blick toll, aber beim genauren Hinsehen total sinnlos.

    1. Es werden noch zahlreiche Beispiele aus der Kommunalpolitik folgen,die deutlich machen: Hier wird an dem, was die Bürger der Stadt benötigen, vorbei geplant. Gemeinderäte sind oft Randfiguren im politischen Entscheidungsprozess, sie können die Stadtverwaltung nicht kontrollieren. Demokratisch nicht legitimierte Institutionen wie die IHK haben zu großen Einfluss auf Entscheidungen…

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