Die Bundeswehr an der Heimatfront

Rechtzeitig vor Eröffnung der Landesgartenschau in Neu-Ulm gab die Bundeswehr bekannt, dass sie sich an diesem Ereignis, das sich in der Bevölkerung großer Beliebtheit erfreut, unentgeltlich beteiligen werde. Wie der Pressesprecher des Standortes Ulm Kapitänleutnant Sanftleben sagte, biete die 164 Tage dauernde Schau der Truppe die einmalige Gelegenheit, sich einer großen Öffentlichkeit von Pflanzenliebhabern und Gartenfreunden positiv zu präsentieren und damit zu einer Verbesserung des Ansehens der deutschen Streitmacht in der Gesellschaft beizutragen.

Seit Jahren schon nimmt die Bundeswehr an der Bildungsmesse in Ulm teil, wo sie mit einem eigenen Stand die Besucher erfreut, Aufgaben der Verkehrspolizei wahrnimmt, Ordnungsfunktionen ausübt und komplette Schulklasse in Militärfahrzeugen uneigennützig zu den Ausstellungshallen transportiert. Nach Sanftlebens Meinung haben die Erfahrungen gezeigt, dass derartige Aktionen bestens geeignet seinen, Vorurteile und Misstrauen gegenüber dem Militär abzubauen.
In der Tat zeigen Umfragen, dass große Teile der Bevölkerung dem schleichenden Aufgabenwandel der Bundeswehr, den Auslandseinsätzen, der Vorbereitung von Kampfeinsätzen und den hohen Militär- und Rüstungsausgaben skeptisch gegenüberstehen. Sanftleben sieht hier Handlungsbedarf. Die ablehnende Haltung vieler dürfe nicht hingenommen werden.
Die Bundeswehr denkt daran, sich bei der LGS mit botanisch interessierten und vorgebildeten Soldaten zu beteiligen. Neben der Wässerung der Pflanzen ist auch an den Einsatz beim Unkrautjäten gedacht sowie an die Unterstützung bei der Schädlingsbekämpfung durch Soldaten der C-Waffenabteilung. Für den Einsatz bei der LGS sieht sich die Bundeswehr durch ihre Erfahrungen in Afghanistan bestens vorbereitet. Sanftleben wörtlich : „Der Norden Afghanistans erlebt Dank unserer Arbeit eine wirtschaftliche Blüte. Die Landwirtschaft nahm einen beachtenswerten Aufschwung. Afghanistan zählt heute zu den größten Exportländern für Rohopium. Ohne unser Engagement hätten die Menschen dort keine so überzeugenden Erfolge im Mohnanbau erzielen können.“

Wie zu erfahren war, plant die Bundeswehr noch zahlreiche andere Aktionen. Unter dem Arbeitstitel „Heimatfront“ wird in den kommenden Jahren eine umfassende Popularitätsoffensive durchgeführt. In Kindergärten, Grundschulen und weiterführenden Schulen sollen Bildungsoffiziere altersgerecht durch verschiedene Maßnahmen dafür sorgen, dass die heute unter Kindern und Jugendlichen weit verbreitete indifferente bis ablehnende Haltung zum Militär durch eine positive Einstellung ersetzt wird. Die Bundeswehr denkt auch an Schullandheimaufenthalte in Form von Militärcamps unter Anleitung von Soldaten, in denen Schüler und Schülerinnen mit abenteuerlichen Geländeübungen unterhalten werden, sowie an Klassenfahrten, die zu Bundeswehrkasernen führen und dort durch Strategiespiele und Schießübungen den Zuspruch der Schüler finden.
Die Initiatoren der Popularitätsoffensive „Heimatfront“ erwarten langfristig auch ein größeres Interesse am Beruf des Soldaten. Vor allem für Hauptschulabsolventen sei dieser Beruf von zunehmender Attraktivität angesichts der schwierigen Lage auf dem Lehrstellen- und Arbeitsmarkt. Sollte es in nicht allzu fernen Zukunft möglich sein, die Bundeswehr im Ausland in Kampfeinsätze zu schicken, steige die Nachfrage nach Soldaten in Deutschland sprunghaft an.

Zum Abschluss seiner Mitteilungen bot Kapitänleutnant Sanftleben noch den Organisatoren des Ulmer Donaufestes an, das kulturelle Programm durch eine aktive Teilnahme des Militärs zu bereichern. „Früher gehörten Militärparaden zu den Glanzlichtern gesellschaftlicher Feierlichkeiten. An dieser alten Tradition sollten wir wieder anknüpfen. Die Gäste aus den Donauländern sähen es sicher gerne, wenn schmucke Soldaten auf dem Münsterplatz zu einer Parade aufmarschierten.“

/ 30.3.08

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