Donaubüro Buenos Aires

 

Es kommt schon einer Sensation gleich, was die Nachrichtenagenturen heute melden: diese Woche wird in Buenos Aires das erste Donaubüro außerhalb Europas eröffnet. Dem Vernehmen nach werden der Ministerpräsident Baden-Württembergs Günther Oettinger und der Direktor des Ulmer Donaubüros Peter Langer in die Welthauptstadt des Tangos reisen, um den Feierlichkeiten beizuwohnen.

Gegenüber internationalen Medien äußerte sich Jorge Luis Mazola, der künftige Leiter des Donaubüros Buenos Aires: „Wir sind glücklich, dass unsere Stadt als Sitz der ersten außereuropäischen Repräsentanz Ulms ausgewählt wurde. Zunächst gab es hier viele Bedenken und Einwände. Aber schließlich erkannten alle, dass es falsch war zu glauben, ein Donaubüro könne nur an der Donau stehen. Eine solche Institution ist eine Zierde für alle Städte dieser Welt, ganz egal ob sie am Rio de la Plata, an der Wolga, am Mississippi oder am Jangtse liegen. Denn das Donaubüro ist ein beglückendes Symbol für Völkerverständigung und Weltfrieden, das wir in Zeiten der Krisen und Kriege überall dringend benötigen, genauso dringend wie Luft und Wasser.“

Damit scheint die Idee des Ulmers Peter Langer kurz vor ihrer Realisierung zu stehen, die geniale Idee nämlich, das Donaubüro, das Donaufest und die Donauakademie zu einem Exportschlager zu machen. Doch während ein großer Mann an großen Plänen schmiedet, gibt sich die lokale Presse kleinkariert provinziell, äußert Zweifel, verweist auf die ganz gewiss zu erwartende Verweigerung der örtlichen Volksvertretung usw. usw. Der große Ulmer Peter Langer aber tritt diesem Kleinmut gelassen und beherzt entgegen: „Gut ist, was den Ruhm, die Bedeutung und die wirtschaftliche Kraft Ulms mehrt. Dem werden sich die Gemeinderäte nicht verschließen; spätestens dann, wenn sie alle kostenlos in die Hauptstadt Argentiniens gereist sein werden, rechne ich mit 100prozentiger Unterstützung“. In der Tat spricht bei sachlicher Betrachtung und Überlegung einiges dafür. So das jüngste Beispiel: Die Ulmer Gemeinderäte durften auf Kosten des Steuerzahlers nach Brüssel reisen, wurde fürstlich verköstigt und durch Kontakte zu EU-Bürokraten in einen wahren Taumel ob der Bedeutung der Donauidee und Ulms versetzt. Hernach noch ein paar Gläschen Schampus und nach ihrer Rückkehr vergaßen diese Volksvertreter doch glatt, dass wir auf eine Rezession zusteuern mit nicht absehbaren Folgen für die Stadtkasse Ulms, vergaßen s und genehmigten Herrn Langer gleich mal ordentlich mehr Geld…Ein Ulmer Handwerker sagte mir, gemessen an diesem Gemeinderat, sei die DDR-Volkskammer eine äußert kritische Instanz gewesen…

Jorge Luis Mazola hält große Stücke auf Direktor Langer:“ Mister Langer ist der Philosoph der Donauidee. Deshalb wird ihm bei der Eröffnung in Buenos Aires eine besondere Ehre zuteil werden. Wir werden eine Gedenktafel aus Marmor im Saal der Eröffnungsfeier enthüllen. In der Sprache unserer Ahnen wird Direktor Langer mit Worten gefeiert, die ich Ihnen heute zwar verrate, deren Bedeutung Ihnen aber erst bei der Eröffnungsfeier mitgeteilt werden wird“. Und so geheimnisvoll wie Mazolas Ankündigung, sind auch die Schriftzeichen, die er uns zeigte:

Donaubüro Ulm

16.12.2008

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