Dresden stoppt Neonazis

dresden.2010

Am Abend des 13.2.1945 und in der folgenden Nacht griffen britische und kanadische Bomber Dresden an. Durch Bombenteppiche sollten großflächige Zerstörungen erreicht werden. Am Mittag des 14.2. flogen amerikanische Bomber einen Angriff auf die Stadt. Am 8.5.1945 endete in Europa der Zweite Weltkrieg.

Zwischen 18.000 und 25.000 Menschen fielen den Bombenangriffen auf Dresden zum Opfer. Der nationalsozialistische Propagandaminister Joseph Goebbels missbrauchte diese Angriffe, um die deutsche Kriegsschuld zu relativieren und den Hass der Deutschen auf die Alliierten anzustacheln.

Die Nazipropaganda war der Grund, warum sich viele bis heute so schwer tun, die Angriffe vom Februar 1945 auf Dresden als Kriegsverbrechen zu bezeichnen.

Dresden gedachte gestern 65 Jahre nach dem Bombardement der Opfer. Wie immer wollten die Neonazis durch die Innenstadt marschieren und den Gedenktag für ihre Zwecke missbrauchen. Auch dort dürfen sie Umzüge veranstalten und Parolen grölen, zumindest wenn es nach dem Willen vieler Politiker und der deutschen Justiz geht.

Man glaubt es kaum, dass eine Demokratie und ihre Institutionen so einfältig sein können, dies zuzulassen, 65 Jahre nachdem die deutschen Faschisten ganz Europa in Schutt und Asche gelegt haben und Millionen Menschen im Angriffskrieg der Nazis gestorben sind.

Die Politik will die Naziparteien nicht verbieten. Die Gerichte erlauben ihnen Versammlungen, solange sie nicht verboten sind. Es ist unerträglich. Unser Staat und unsere Gesellschaft machen sich durch ihre Verharmlosungsstrategie und durch überzogene Vorstellungen von Toleranz lächerlich und unglaubwürdig.

Die Dresdner haben gestern bewiesen, dass es auch anders geht: Wenn unser Staat und unsere Justiz versagen, müssen die Bürger selbst handeln.

Ganz im Geiste der Forderung „Keine Freiheit für die Feinde der Freiheit“ erzwangen viele Tausend Menschen in Dresden, dass die Polizei 5.000 Neonazis aus Sicherheitsgründen nicht gestattete, durch die Innenstadt zu marschieren.

Gratulation an die beteiligten Bürger Dresdens und an das Aktionsbündnis Dresden Nazifrei“. Was in Dresden gestern geschah, sollte für Menschen in anderen Städten Vorbild und Ansporn sein.

/ 14.2.2010

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