Kommunalwahl 2009 in Ulm (4)

 Ulmer Wählerbörse

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Ulm ist eine Stadt der Kultur, des Geistes und des Wagemutes. Deshalb verwundert es nicht, dass gerade hier vor kurzem ein Unternehmen entstand, das in der ganzen Welt beispiellos ist. Wir reden von der „Ulmer Wählerbörse ProDemo GmbH“. „ProDemokratie“hat sich das ehrenwerte Ziel gesetzt, den gefährlichen Legitimationsverlust unserer Demokratie aufzuhalten, der daraus resultiert, dass immer mehr Bürger Wahlen fernbleiben.

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So gingen beispielsweise bei der letzten Wahl zum Gemeinderat 2004 von den 82.000 Ulmer Wahlberechtigten nur 39.000 zur Wahl. Das entsprach einer Wahlbeteiligung von knapp 48 Prozent und war die niedrigste bei allen Ulmer Kommunalwahlen seit 1946. Bei den Europawahlen beteiligten sich im selben Jahr von 79.000 Wahlberechtigten knapp 39.000, das waren 49 Prozent – ein beschämendes Ergebnis.

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Die Idee der „Ulmer Wählerbörse“ ist einfach und bestechend: Durch materielle Anreize soll der Nichtwähler zum Urnengang motiviert werden. Wie eine Börse Investoren und Unternehmer zusammenführt, soll der Kontakt zwischen Nichtwählern und politische Parteien hergestellt und zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit weiterentwickelt werden.

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In der Praxis sieht das so aus: Nichtwähler lassen sich bei der „Ulmer Wählerbörse“ registrieren und erhalten dafür ein kleines Präsent. Parteien können sich an das Unternehmen wenden und gegen Gebühren Wählerstimmen erwerben. Wird ein registrierter Nichtwähler daraufhin an eine Partei als Wähler vermittelt, erhält er von der Partei eine finanzielle Entschädigung.

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Diese geniale Idee konnte eben noch vor der Kommunalwahl am 7.6.2009 realisiert werden. Da auch wir vom Donaufisch sehr in Sorge um unsere Demokratie sind, veröffentlichen wir nachstehend kostenlos eine Anzeige der „Ulmer Wählerbörse“ in der Hoffnung, damit zur Erhöhung von Wahlbeteiligung und Legitimation beitragen zu können.

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A n z e i g e

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Demokratie hat ihren Preis – Helfen Sie, damit sie uns erhalten bleibt – Prodemo unterstützt Sie

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Mit den Parteien, Wählervereinigungen und Wahlkandidaten blicken wir von der Ulmer Wählerbörse besorgt auf die Wahlmüdigkeit vieler Bürger. Schlechte Wahlbeteiligungen schaden dem Ansehen unserer Demokratie. Steigende Nichtwählerzahlen sind aber kein unabwendbares Schicksal.

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Unser kleines innovatives Unternehmen möchte Ihnen dabei helfen, sich dem verhängnisvollen Trend zur Wahlenthaltung aktiv entgegen zu stellen. Bedenken Sie stets: Zeiten der Krise sind Zeiten der Erneuerung. Schon mit geringen Investitionssummen können Einzelkandidaten, Parteien und Wählervereinigungen einen Beitrag zur Stabilisierung unserer Demokratie leisten.

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Zögern Sie nicht. Über den offenkundigen politischen Nutzen hinaus wird sich Ihre Investition auch betriebswirtschaftlich rechnen. Ein Beispiel: 2004 konnte die Ulmer FDP bei den Wahlen zum Gemeinderat 1.268 Wähler für sich gewinnen. Die Partei bekam dafür zwei Mandate. Wenn Sie bei der Ulmer Wählerbörse 19.000 Euro investieren, erhalten Sie so viele Wählerstimmen, dass es ebenfalls zu zwei Mandaten reicht. In den fünf folgenden Jahren im Gemeinderat erhalten die beiden Räte insgesamt mindestens 64.000 Euro an Aufwandsentschädigung und Sitzungsgeld. (Die derzeitige Aufwandsentschädigung in Ulm beträgt monatlich 350.- Euro, pro Sitzung erhält der Rat 60.- Euro. Unberücksichtigt bleiben Vergütungen als Mitglied eines Aufsichtsrates sowie die Finanzierung der Fraktion in Höhe von 7500.- Euro pro Fraktionsmitglied). Das bedeutet: Sie erwirtschaften in fünf Jahren mit zwei Räten einen Nettogewinn (vor Steuern) in Höhe von 45.000 Euro, das entspricht einer Rendite von 47,4 Prozent p.a. Diese Gewinnerwartung stellt damit sogar jene der Deutschen Bank in den Schatten. Wir glauben, diese Zahlen werden jeden überzeugen.

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Zögern Sie also nicht und setzen Sie sich mit uns in Verbindung. Sie helfen der Demokratie und sich selbst.

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Detaillierte Informationen erhalten Sie auf unserer Internetseite : wählerbörse.de

Mit den besten Wünschen

Prof. Dr. Marlies Moos-Reibach

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Aktuell gültige Preisliste der Ulmer Wählerbörse

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1 Wählerstimme (Minipack) 0,50 Euro

3 Wählerstimmen (Midipack) 1,30 Euro

40 Wählerstimmen (Bigpack) 15,70 Euro

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3.6.2009

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