Schwörrede 2009 in Ulm

Bedauerlicherweise kam es auch im Jahr 2009 wieder zu schwerwiegenden Fehlern bei der Übertragung der Schwörrede unseres Ulmer Oberbürgermeisters. Ob die Gründe dafür im technischen Bereich liegen oder auf absichtliche Manipulationen zurückzuführen sind, können wir vom Donaufisch diesmal nicht klären.

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Als der Oberbürgermeister Gönner über die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise sprach, ging er auf die Frage ein, wer diese Krise verursacht habe. Seine Antwort lautete: der Kapitalismus. (womit er zweifellos recht hat). Wörtlich sagte Gönner:

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„Diese Krise ist nicht vom Himmel gefallen, sondern ist das Ergebnis einer ungezügelten kapitalistischen Entwicklung, die Gier fast aller war die Haupttriebfeder für diese Fehlentwicklung. Die Lehren daraus sind, dass es keine Macht ohne Moral, keine Wirtschaft ohne Ethik, keine Freiheit ohne Verantwortung und keine Herrschaft ohne Vorrang des Rechts geben darf…In unserer Gesellschaft sind tiefe Gräben aufgebrochen, ausgelöst durch die Finanz- und Wirtschaftskrise. Aber die Folgen gehen tiefer. Gegensteuern können wir nur durch Klarheit, Ehrlichkeit und Solidität.“

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Bei diesen Worten hat unser Stammtisch vom Donaufisch enthusiastisch applaudiert. Doch groß war unsere Enttäuschung, als ein Teil der weiteren Rede Gönners einfach nicht übertragen wurde. Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfuhren, fielen folgende Sätze des Oberbürgermeisters einer Übertragungspanne zum Opfer.

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„Ich will mit gutem Beispiel vorangehen bei meiner Forderung nach Klarheit, Ehrlichkeit und Solidität. Auch wir in Ulm waren gierig und wollten an der ungebremsten Entwicklung des Kapitalismus teilhaben. Deshalb haben wir 2003 bar jeden Verstandes und jeder Ethik unser Kanalnetz verscherbelt und müssen jetzt dafür teuer bezahlen. Ich, Kämmerer Czisch und unserer Betriebsleiter Stolz von den EBU sind auf diesen Berater von Daimler-Chrysler hereingefallen, und 24 Ulmer Gemeinderäte haben uns den Rücken gestärkt und einfältig der Vermietung des Kanalnetzes zugestimmt. Wir haben einen gravierenden Fehler gemacht. Das tut uns leid.“

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20.7.2009

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