Manfred Oster, der Philosoph

Solange es Menschen auf dieser Erde gibt, haben sie darüber nachgedacht, was Frieden ist und wie er zu erreichen sei. Genau so lange, wie sie über den Frieden reflektierten, haben sie sich in Kriegen massakriert, und sie tun es heute noch mit zunehmender Perfektion, z.B mit Waffen aus schwäbischer Produktion von Heckler und Koch GmbH am Neckar.

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Friedenstaube

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Die alten Griechen hielten lange den Krieg für den Normalzustand. Die Römer wussten, dass zwischenstaatlicher Friede nicht ausreicht, sondern um häuslichen und religiösen Frieden ergänzt werden muss (was jedem Menschen sofort einleuchtet, der sein Leben an der Seite eines schwierigen Partners zubringt). Christen meinen, dass Friede mit Gott die Voraussetzung für den Frieden unter den Menschen sei, und Frieden das Wohlergehen an Leib, Seele und Geist bedeute.

Einige Philosophen und Politiker halten das Führen gerechter Kriege für völlig legitim. Große Geister wie Immanuel Kant versuchten uns zu erklären, wie wir Frieden erreichen könnten. Marx und Engels vertrösteten uns und unsere Friedenshoffnungen auf die Zeiten, wenn die Macht des Kapitals gebrochen sein wird und alle Klassenkämpfe endgültig ausgefochten sind.

Keiner der großen und bedeutenden Denker konnte uns aber verbindlich sagen, wie Friede zu erreichen und dauerhaft zu erhalten sei. Das hat nun ein Ende. In einem Pressegespräch mit dem stellvertretenden Leiter der SWP Ulm Willi Böhmer äußert sich erstmals Manfred Oster zum Thema Weltfrieden (vgl. Online-Ausgabe vom 10.12.2011). Oster, der vielen als Chef der Ulmer Sparkasse bekannt sein dürfte, unserer Meinung nach aber zweifellos zum Philosophen taugt, findet eine verblüffende einfache Antwort auf die Frage, wie dauerhaft Frieden zu erreichen sei: Durch die täglich Lektüre der Südwest Presse.

Perplex, lieber Leser?

Die Erläuterungen Manfred Osters bringen Licht ins Dunkel: Wer die SWP liest, lernt zwischen Wichtigem und Unwichtigem unterscheiden und er versteht die komplexen Zusammenhänge in unserer komplexen Welt. Das Lesen der SWP fördert die Bildung; Bildung verhindert die Rückentwicklung der Menschheit und befähigt zum Blick fürs Ganze; Bildung wirkt friedensstiftend.

Alles klar?

Deshalb bezahlt der Sparkassenchef Oster Ulmer Schulen 42 SWP-Abonnements im Rahmen des Projektes „Wir lesen“. Der Philosoph Oster kommentiert dies mit schlichten Worten: „eine informierte Jugend ist der beste Garant für den Frieden in der Welt.“

Ja, wie pflegte schon Quasselstrippes Oma Elfriede immer zu sagen: „Die kompliziertesten Sachen sind ganz einfach, wenn sie ein Käpsele erklärt.“

Vor diesem Hintergrund wird verständlich, warum die Lokalredaktion der Südwest Presse auf Kritik gänzlich verzichtete, als bekannt wurde, dass die Sparkasse in nächster Nähe zum Ulmer Münster einen monumentalen Verwaltungsneubau errichten wird, der an Größe und Schlichtheit unvergleichlich ist. Sollten Kritikaster einem Philosophen unnötig das Leben schwer machen, der nicht nur weiß, wie Frieden zu erlangen ist, sondern durch etwas Geld auch den Weg zum Frieden ebnet?

Die Idee der Lokalredaktion, den Philosophen Oster zu Wort kommen zu lassen, fanden wir vom Stammtisch großartig und nachahmenswert. In mehreren Veranstaltungen werden wir deshalb Ulmer Denkern Gelegenheit geben, ihre Gedankenwelt einem größeren intellektuellen Publikum vorzustellen.

Zum Auftakt führen wir im Januar 2012 ein Gespräch mit dem Leiter des Butterwerkes Söflingen zum Thema: „Butterherstellung als Beitrag zur Aufklärung und Emanzipation des Menschengeschlechtes“. Im Februar referiert ein bekannter Verwaltungsbeamter über das gerade in Ulm heiß diskutierte Sujet: „Beratungen des Bauausschusses und Versittlichung der Menschheit“.Im März schließlich wird eine Naturphilosophin über „Eigenurintherapie als Beginn umfassender Weltrevolution“ reflektieren. Alle Veranstaltungen finden im Nebenzimmer des Gasthauses Donaufisch statt, Interessenten sind herzlich eingeladen.

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14.12.2011

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