Sparkasse Ulm: Das Gute. Das Edle…

…und das Geld

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Ein anonymer Informant sandte Material über die Geschäftsmethoden der Sparkasse Ulm an die Lokalpresse. Aus diesen „internen Unterlagen“, die als vertraulich gelten, geht hervor, dass die Leitung der Sparkasse bei der Kundenberatung quantifizierbare Erfolge von ihren Angestellten erwartet.

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„Ganzheitliche Beratung“ oder „Persönlicher Finanzcheck“ nennt die Sparkasse Ulm das Prozedere, in dem ihre Mitarbeiter Kunden beraten, wie sie Geld zur Vorsorge fürs Alter, als Bausparvertrag, als Sparplan oder risikoreichere Anlage investieren können. Handelt es sich bei diesen Gesprächen zwischen Mitarbeitern der Sparkasse und Kunden tatsächlich um eine Beratung oder wird Druck auf die Kunden ausgeübt, einen Vertrag abzuschließen? Wie ist die Situation der Mitarbeiter: Können sie zwanglos ein Gespräch führen oder stehen auch sie unter Druck und müssen am Ende positive Ergebnisse vorweisen?

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Das interne Papier sagt: „drei Produkte“ seien „pro ganzheitlicher Beratung“ abzuschließen. Die Abschlüsse werden „dokumentiert“.

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Gibt es da Zweifel, wie diese Formulierungen auszulegen sind? Die Beratungen müssen „Produkte“ zur Folge haben (schreckliche Sprache). Über die Erfolge der Mitarbeiter wird Buch geführt. Alles scheint eindeutig: Verkaufsdruck. Keine sachliche Beratung, sondern auf einen Abschluss hin orientiert. Druck auf Mitarbeiter, deren berufliches Fortkommen von den dokumentierten Erfolgen abhängt.

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Also alles genau so, wie bei anderen Banken: Wachstum. Umsätze machen. Gewinne steigern. In erster Linie geht es um das Wohlergehen der Bank. Das Wohlergehen des Kunden wird berücksichtigt, wenn es für das Wohlergehen der Bank nötig ist. Alles kalter Kaffee. Nichts Neues. Nichts, worüber wir uns noch aufregen.

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Da aber tritt Sparkassenchef Manfred Oster auf den Plan. Er will Chef einer „anständigen“ Bank sein, „ethisch korrekte“ Bankgeschäfte abwickeln. Er bestreitet, dass Druck auf Mitarbeiter ausgeübt werde. Die Beratungen, die bis zu drei Stunden dauerten und in einem Protokoll dokumentiert würden, berücksichtigten die „Bedürfnisse der Menschen“. „Produktverkauf ist nicht zwingend“, sagt Manfred Oster zur Lokalpresse. „Produkt“ eines Beratungsgespräches, „synthetisches Produkt“, sei es bereits, wenn der Kunde zum nächsten Berater weitergeschickt werde, der ihn dann über eine Immobilienfinanzierung berate.

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Sollen wir dem Vorstandsvorsitzenden Manfred Oster abkaufen, dass Mitarbeiter und Kunden bei der Sparkasse Ulm ohne jeden Zwang über gute Geldanlagen miteinander plaudern?

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Das hier abgebildete Foto wurde uns anonym zugespielt, darunter stand: „Oster haben kurze Beine“. Wir vom Stammtisch haben keine Erklärung für diesen grammatikalisch falschen Satz. Sie, verehrter Leser? Falls der anonyme Informant diesen Beitrag liest, bitten wir dringend um Rücksprache. Er ist uns eine Erklärung schuldig. In Ulm jedenfalls ist Herr Oster als Mann bekannt, der alles Gute und Edle liebt. Daran wird sich durch anonyme Hinweise nichts ändern.

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OsterKurzeBeine

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10.4.2013

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