Die Soko Sparkasse warnt

Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?
Bert Brecht, Die Dreigroschenoper

Seit Wochen treibt in Ulm und Umgebung eine Bande ihr Unwesen, die versucht, ältere Mitbürger um ihre Ersparnisse zu bringen. Die Behörden haben nun reagiert und zur Aufklärung der miesen Machenschaften eine Sonderkommission eingesetzt.

Es geht um Sparverträge, die vor allem Rentner und Rentnerinnen mit der Sparkasse Ulm abgeschlossen haben, die Sparkasse bezeichnet sie als „Vorsorgesparen Scala“.

SparvertragScala

Mehrere tausend Kunden der Sparkasse Ulm wurden in den letzten Monaten von der Bande auf ihrem privaten Telefonanschluss angerufen oder direkt vor ihren Wohnungen angesprochen. Immer wieder bekamen die überraschten und teilweise hilflosen alten Menschen dieselbe Geschichte zu hören:

„Ihr Vorsorgevertrag mit der Sparkasse muss leider gekündigt werden. Die Ihnen gezahlten Zinsen kosten die Sparkasse zu viel Geld. Der Sparkassen-Neubau in Ulms Mitte verschlingt 73 Millionen Euro. Deshalb muss die Sparkasse auf jeden Cent achten. Zeigen Sie Solidarität mit Ihrer Sparkasse. Kündigen Sie den Vertrag selbst. Legen Sie Ihr ausgezahltes Kapital in unserem Sparkassen-Neubau-Solidaritätsfond an. Dieser verschafft Ihnen zwar keine Zinserträge, dafür aber die Gewissheit, an einer ganz großen Ulmer Sache mitzuwirken.“

Die Soko Sparkasse warnt alle Bürger Ulms eindringlich davor, der „Sparkassen-Bande“ Gehör zu schenken. In einer Erklärung der Soko heißt es:

„Wenn Sie angerufen werden und sich jemand als Mitarbeiter der Sparkasse Ulm ausgibt, legen Sie sofort den Telefonhörer auf. Spricht Sie jemand vor Ihrem Haus an, gehen Sie einfach weiter oder bitten einen Passanten um Hilfe und verständigen Sie hinterher umgehend die „Sonderkommission Sparkasse“. Bitte unternehmen Sie selbst nichts. Die Trickbetrüger sind äußerst redegewandt und im Ernstfall auch zur Gewaltanwendung bereit.“

Dass die Bande auch Gewalt anwendet, wurde im Falle eines Rentners deutlich, der hier nicht genannt werden will. Er verlachte den „Sparkassenmitarbeiter“, der ihm vor seiner Wohnung in der Wagnerstraße aufgelauert hatte, und erklärte, dass er sich weder unter Druck setzen lasse noch seinen Vorsorgevertrag Scala kündigen werde. Daraufhin packte ihn der angebliche Mitarbeiter der Sparkasse Ulm bei den dünnen Oberarmen und schrie ihn an:
„Freundchen, Du wirst schon sehen! Wenn es nicht anders geht, schalten wir die bayrische Justizministerin Beate Merk ein. Die wird dafür sorgen, dass Du wie Gustl Mollath in der Klapsmühle landest.“

Die Soko ließ aufgrund etlicher Zeugenaussagen Phantombilder der sog. „Sparkassenbande“ anfertigen. Wie auf dem Bild zu erkennen ist, sieht einer der Täter (erster von rechts) dem Ulmer Sparkassenvorstand Manfred Oster sehr ähnlich. Die Beamten der Soko vermuten, dass der Trickbetrüger eine Maske trägt, um größere Glaubwürdigkeit auszustrahlen.

SparkassenBande

27.6.2013

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