Napoleonfestspiele in Ulm

UlmerFestspiele

Zur Handlung

*

1. Szene: Abend. Alle Kirchenglocken läuten. Unter donnerndem Salut der bayerischen Garnison rollt eine grüne Kutsche über die Donaubrücke. Eskortiert von schmucken Gardejägern passiert sie das Herdbruckertor. Es ist der 22. Oktober 1809. In der Kutsche sitzt der mächtigste Mann der Welt: Napoleon Bonaparte. Mehrere siegreiche Schlachten gegen die Österreicher liegen hinter ihm. In seiner Tasche steckt der Schönbrunner Friedensvertrag. Er ist auf der Heimreise von Wien nach Paris. In Ulm muss er eine wichtige Angelegenheit klären.

2. Szene: Die Kutsche hält vor einem herrschaftlichen Gebäude. Bedienstete hasten herbei. Der Hausherr des Regierungspalais, Freiherr Karl Ernst von Gravenreuth, der bayerische Regierungspräsident, eilt die Treppen seines Amtssitzes hinunter, um den hohen Gast zu begrüßen. Dieser weilt zum zweiten Mal in Ulm. Fast auf den Tag genau vier Jahre zuvor war Napoleon vor den nördlichen Stadtmauern gestanden, wo 25.000 geschlagene Österreicher paradiert und Waffen und Pferde abgeliefert hatten.

3. Szene: Gravenreuth neigt sein Haupt ehrerbietig. Grenadiere des Ulmer Bürgermilitärs stehen Spalier. In würdevoller Haltung mit ernster Miene schreiten die beiden Männer durch das Hauptportal des klassizistischen Bauwerkes, während ein Kutscher mit lauter Stimme flucht und unverständliche Worte vom Kutschbock herunter brüllt.

4. Szene: Ein prächtiger Saal. Angesehene Bürger und Bürgerinnen sind versammelt. Napoleon blickt in die Runde und sagt: „Ülm – Unique! Libre! Magnifique!“ Sodann eröffnet er dem Freiherrn von Gravenreuth, dass Bayern die Stadt Ulm an Württemberg abtreten müsse. Ein Raunen erfüllt den Raum. Zwei der anwesenden Damen blicken verzückt auf den großen Franzosen. Die Gesichter der Herren zeigen große Freude. Der Stadtchronist lächelt und wiederholt: „Unique, libre, magnifique“ – Bravo! Bravissimo! Einfach genial dieser Mann, einfach genial!“

5. Szene: Napoleon steigt in die wartende Kutsche. Diese rollt durch die Frauengasse zum nördlichen Stadttor– auf behördliche Weisung hin ist die Gasse auf beiden Seiten hell erleuchtet. Jubelrufe erschallen: „Hoch lebe Napoleon!“ „Unique! Libre! Magnifique!“ „Hoch lebe ULM! „Die Einzigartige, die Freie, die Prächtige!“Die Nachricht, dass Ulm vom bayerischen Joch befreit wurde, hatte sich in der Stadt rasch verbreitet. Die Kutsche mit dem winkenden Kaiser entschwindet im Dunkel der Nacht. Im Schloss in Ludwigsburg wartet bereits ungeduldig der König von Württemberg auf den mächtigsten Mann der Welt.

Die Resonanz der Wirtschaft und der großen Politik auf die Veröffentlichung unserer Marketingidee ist bislang durchweg positiv. So erklärte das ortsansässige Unternehmen Ratiofarm, rechtzeitig zum Premierentag ein neues Medikament gegen Depression und Minderwertigkeitsgefühle auf den Markt zu bringen, das den Namen Napulmeon.forte tragen werde. Aus Brüssel erreichte uns ein Anruf des zukünftigen EU-Kommissars Günther Oettinger, der uns seine voll Unterstützung bei der Beantragung und Erlangung von Subventionen zugesichert hat. Während der Wiener Oberbürgermeister Michael Häutl nicht an der Premiere teilnehmen wird, hat der französische Staatspräsident bereits seinen Besuch zugesagt und sogar angeboten, die Hauptrolle zu übernehmen.

2.11.2009

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s