Wetzigs Erklärung

„…weil ich überhaupt nichts gedacht habe“

Mit diesen Worten erklärte der Ulmer Baubürgermeister Wetzig am Mittwoch, den 5.5.2010 im Ulmer Gemeinderat sein Verhalten.

Im vergangenen Jahr hatte der Architekt Stephan Braunfels eine halbe Million Euro auf Wetzigs Konto überwiesen. Monatelang blieb es dort liegen, bevor der Ulmer Baubürgermeister es zurück überwies. Braunfels hatte zwei der drei Gebäude der Neuen Ulmer Mitte gebaut, die Wetzig als Baubürgermeister geplant hatte.

„Der Verdacht der Staatsanwaltschaft auf…Korruption hat mich tief erschüttert“, sagte Wetzig in seiner Rede vor den Räten.

Korruption und Amtsmissbrauch weist er zurück und liefert als Erklärung für sein Handeln einen gedankenlosen Freundschaftsdienst:
„Ich habe mich in den letzten Tagen oft gefragt, wie es dazu kommen konnte – wieso der … Verstand sich nicht gemeldet hatte. Eine befriedigende Erklärung fand ich dafür nicht: jedoch die Erinnerung an selbstverständliches Ausfüllen der Rolle des Freundes, an Freundschaft, die von Emotionalität und nicht von Rationalität geprägt ist.“

Einem Bericht der SWP nach hatte nur ein Vertreter der Grünen etwas zu Wetzigs Erklärung zu sagen. Richard Bröker verlangte, dass der Gemeinderat auf dem Laufenden gehalten wird.

Und das war alles? Diese Erklärungsversuche, wie sie ein unreifer Schüler seinem Lehrer entgegenhält, sollen ausreichen für einen Spitzenbeamten einer Kommunalverwaltung, um trotz gravierender offenkundiger Verfehlungen im Amt zu bleiben? Ein Gemeinderat, dem 40 gewählte Damen und Herren angehören, gibt sich mit diesem Schmierentheater zufrieden?

Herzlich willkommen in der Freien Bananenrepublik Ulm.

5.5.2010

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