Sprachkomiker bei der SWP Ulm

Am 30. Juli 2011 trafen sich die Teilnehmer der beiden Radtouren des SWR und des BR in Neu-Ulm auf einem öffentlichen Gelände in Neu-Ulm, um dort eine Riesenparty mit Schlagerkonzert zu feiern. Die Städte verlangen dafür von den beiden Fernsehsendern kein Geld.Üblicherweise fallen Platzmiete, Energiekosten, Kosten für Aufbau, Toiletten, Absperrungen usw. an.

Der Ulmer Geschäftsführer eines privaten Radiosenders und Konzertveranstalter Carlheinz Gern meint, dass die Städte Ulm und Neu-Ulm den beiden öffentlich-rechtlichen TV-Sendern auf diese Weise 50.000 bis 100.000 Euro geschenkt haben. Ulms Finanzbürgermeister Czisch hält dagegen, dass die „mediale Aufmerksamkeit“, die Ulm durch das Ereignis erfahre, dieses Geld wert sei.In diesen Streit wollen wir vom Stammtisch uns nicht einmischen.

Nicht vorenthalten wollen wir der Öffentlichkeit aber, was der Lokalchef der SWP heute am 3.8.2011 in der Printausgabe der Zeitung über Herrn Gern schrieb:

„Gern sieht in solchen Geschäften eine indirekte Subventionierung öffentlich-rechtlicher Sender (…) wobei anzumerken ist, dass er zwar nicht mit gespaltener Zunge spricht, aber aus doppelter Warte: Gern ist einerseits privater Konzertveranstalter, andererseits Geschäftsführer des …Privat-Radio-Senders Donau 3 FM…“

Haben Sie schon einmal einen Menschen aus „doppelter Warte sprechen“ sehen? Unser Lokalchef nähert sich in seiner Sprache unverkennbar der Sprachkomik Heinz Erhardts.

„Eine Warte“ ist ein Beobachtungsposten: Die Floskel „von meiner Warte“ bedeutet: von meinem Standpunkt.Herr Gern ist also in jeder Hinsicht ein Unikum: Nicht genug damit, dass er gleichzeitig zwei Beobachtungsposten besetzen kann, was in der bisherigen Militärgeschichte nur wenigen Kundschaftern gelungen sein dürfte. Nein, er ist auch in der Lage, gleichzeitig in ein- und derselben Sache zwei Standpunkte einzunehmen (eine seltene Fähigkeit, die wir nur bei einigen Politikern feststellen können).

Ob der Lokalchef Herrn Gern nicht doch etwas überschätzt?

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Und am Ende noch einen kleinen stilistischen Leckerbissen aus der Südwest Presse vom 7. Juli 2011. Dort schreibt Herr Thierer in einem Kommentar über den Ulmer Immobilienmarkt:

Sie(gemeint sind Prinzipien des freien Marktes) wirken besonders unglaubwürdig, wenn sie vorgetragen werden durch Leute, die selber auf einem (Wohnungs-)Fuß leben, der weit größer ist als der, den sie anderen anmaßen möchten (SWP 7.7.11)

3.8.11

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