SWP-Online & Auftragskommentar

Die Ulmer können sich wirklich glücklich schätzen. Es gibt nicht viele Städte, die über eine solche Tageszeitung wie die Südwest Presse verfügen. Zu allem Einzigartigen, was die SWP schon zu bieten hat, kommen nun ein neuer Chefredakteur (Ulrich Becker ) von der Bildzeitung, über den der DF schon berichtete, ein Relaunch und der Auftragskommentar.

Da stutzen Sie, verehrter Leser. Ein Relaunch? Da in Deutschlands dieser Vorgang gänzlich unbekannt ist, gibt es bisher dafür auch keine treffende Vokabel. Deshalb verwendete der Journalist Steffen Wolff den englischen Fachausdruck „Relaunch“.

Auf das Wort „Wiedereinführung“/ „Neustart“ verzichtete er, da es nur als äußerst mangelhafte Übersetzung gelten kann. Lesen Sie selbst, was Wolff am 13.8. in der Onlineausgabe der SWP schrieb:

„Nach dem Relaunch präsentiert sich swp.de im neuen Layout, mit noch mehr Informationen und jeder Menge Service. Wir haben das Online-Nachrichtenportal der SÜDWEST PRESSE für Sie komplett überarbeitet und informieren Sie damit jetzt noch besser über das Geschehen in Ihrer Region.“

swp.relaunch

„Komplett überarbeitet“ schreibt Herr Wolff. Wir vom DF können ihm da nur zustimmen.

Fotos machen nun den Hauptteil der Onlineausgabe aus; die wenigen Wörter, die da noch stehen und zwei bescheidene, grammatisch einfache Sätze bilden, sind in großen Buchstaben für fast alle lesbar.

Selbst Leseanfänger, Leseunkundige, Lese- und Denkfaule werden zukünftig an der SWP-Online Ihre Freude haben. Wo finden Sie kostenlos so viele hübsche Fotos aus Ihrer Region? Herr Wolff und seine Mitarbeiter haben die Südwest Presse in ein Online-Bilderbuch verwandelt.

Ist das nicht großartig und ein unschätzbarer Beitrag zur Demokratisierung des Mediums Zeitung, das fortan auch von Analphabeten täglich konsumiert werden kann?

Mehr noch als das „Relaunch“ schätzen wir eine neue Errungenschaft der Ulmer Lokalredaktion der Südwest Presse, den sogenannten Auftragskommentar.

Nehmen wir z.B. einmal an, Sie seien Präsident der Industrie- und Handelskammer und klebten mit Ihrem Allerwertesten so an Ihrem Sessel, dass eine Trennung (vom Sessel) zu baldiger Bedeutungslosigkeit, existentieller Sinnkrise, möglicherweise zum Tod führen würde. Was tun, wenn die Satzung Ihrer IHK eine Wiederwahl nicht zulässt? Da hilft der Auftragskommentar der Südwest Presse.

Sie überweisen an den Wirtschaftsjournalisten Frank König 10, 20,30, 40 oder 50 tausend Euro und schon können Sie auf der ersten Lokalseite wenige Tage später einen ausführlichen bis ganz ausführlichen Kommentar (je nach Höhe der Überweisung) finden, der begründet, warum die Satzung der IHK geändert und Ihre Amtszeit verlängert werden muss. Da steht dann: Sie seien ein guter Netzwerker, könnten sehr gut Englisch, seien überhaupt nicht materiell orientiert, sondern nur an Werten, zeitlich sei Ihr Engagement legendär, kurzum: Sie seien ein Glücksfall und der IHK-Vorsitz müsste eigentlich später automatisch auf ein anderes Mitglied Ihrer Familie übergehen. Über den Kommentar schreibt Herr König in dicken großen Lettern: Der Ausnahmepräsident. So ein Auftragskommentar sollten Ihnen diese läppischen 50.000 Mäuse schon wert sein.

Der Wirt vom Donaufisch hat seinen Betrag an Herrn Frank König bereits überwiesen.
Schauen Sie in die nächste Samstagsausgabe der SWP Ulm. Dort erfahren Sie aus berufenem Munde in einem Kommentar, warum Quasselstrippe der geeignete CDU-Bundestagskandidat 2013 ist und nicht Annette Schavan, die die nächsten Jahre Ihre hingeschluderte Doktorarbeit verbessern und relaunchen muss und deshalb keine Zeit für die Politik hat

Anmerkungen
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Ulrich Becker ist der Mann, der mit seinen Kurzkommentaren bei der Bildzeitung /Onlineausgabe bewiesen hat, dass er den Textanteil der SWP Lokalausgabe Ulm auf eine halbe Zeitungsseite kürzen kann. Der samstägliche Kommentar von HUT wird zukünftig nur noch aus drei Sätzen bestehen, von denen der erste immer lauten wird: „Gelobt sei unser Oberbürgermeister Gönner im Rathaus.“

Steffen Wolff ist der liberale Journalist, der die Teilhabe benachteiligter Minderheiten beim Kommentieren in der Onlineausgabe wohlwollend gefördert und begleitet hat. Monatelang durften unter seiner Aufsicht Neonazis und ungebildete, ordinäre Schmierfinken, ihren volksverhetzenden, verunglimpfenden und verleumderischen Auswurf öffentlich ausstellen.

swp.Überweisung

20.8.2012

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