Schavan täuschte bei ihrer Doktorarbeit

Wie der Spiegel heute am 14.Oktober 2012 meldet, kommt Stefan Rohrbacher, Professor für Jüdische Studien, in einem 75-seitigen Gutachten , das er im Auftrag der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf über die Doktorarbeit „Person und Gewissen“ von Bundesbildungsministerin Annette Schavan anfertigte, zu dem Ergebnis:

„Eine leitende Täuschungsabsicht ist nicht nur angesichts der allgemeinen Muster des Gesamtbildes, sondern auch aufgrund der spezifischen Merkmale einer signifikanten Mehrzahl von Befundstellen zu konstatieren.“

(Zitiert nach Spiegel-Online 14.10.2012)

Prof. Dr. Rohrbacher ist Vorsitzender des Promotionsausschusses, der mit der Prüfung der Dissertation Schavans beauftragt wurde. Dieser Ausschuss, dem vier Professoren, zwei wissenschaftlich Mitarbeiter und ein Studentenvertreter angehören, tagt am Mittwoch nächster Woche. Auf der Basis seiner Empfehlung entscheidet dann endgültig der Fakultätsrat darüber, ob Bildungsministerin Annette Schavan der Doktortitel aberkannt wird.

Darf eine Frau Bildungsministerin in Deutschland sein, die durch Betrug zum Doktortitel kam?

Darf eine CDU-Bundestagsabgeordnete bei der nächste Bundestagswahl 2013 in Ulm wieder kandidieren, wenn ihr der Doktortitel wegen Täuschung aberkannt wurde?

Wie lange muss eine gläubige Katholikin, die viel Schuld auf sich geladen hat , im Fegefeuer schmoren? Wird sie jemals in den Himmel kommen?

Umgang mit Plagiaten

Immer wieder hören wir im Gasthaus Donaufisch den einfältigen Satz: „Ein bisschen abschreiben ist nicht so schlimm; haben wir alle in der Schule doch schon mal gemacht.“

Wenn wir an unseren Universitäten den Anspruch aufgeben, Plagiate aufzudecken und bei Plagiaten unnachgiebig Sanktionen folgen zu lassen, werden unsere besten Bildungseinrichtungen im Kern zerstört. Dass das viele Dummköpfe nicht verstehen, sollte Universitäten, Hochschulen usw. nicht davon abhalten, zu tun, was getan werden muss.

Als Beispiel mögen Hinweise dienen, die die Philosophische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Studenten und Lehrkräften zum Thema Umgang mit Plagiaten gibt:

Philosophische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf 2012  Hinweise zum Umgang mit Plagiaten

„in Bachelor-, Master- und Magisterarbeiten, in Studienarbeiten, Hausarbeiten und Projektarbeiten als Abschlussprüfungen zu Lehrveranstaltungen im Bachelor- und Masterstudium,in Klausuren im Rahmen der Magisterzwischenprüfung und -hauptprüfung

1 Versicherung für selbständige Arbeit
Nach … der Magister-PO ist der jeweiligen Arbeit eine Versicherung beizufügen, dass die Arbeit selbstständig verfasst und dass keine anderen als die angegebenen Quellen benutzt wurden. „Die Stellen der Arbeit, die anderen Werken dem Wortlaut oder dem Sinn nach entnommen sind, müssen in jedem Fall unter Angabe der Quelle als Entlehnung kenntlich gemacht werden. Die Versicherung selbständiger Erstellung ist auch für gelieferte Datensätze, Zeichnungen, Skizzen oder graphische Darstellungen abzugeben.“

2 Fehlende Quellenangaben
Formal gesehen liegt ein Verstoß gegen diese Regel – und damit ein Plagiat – bereits dann vor, wenn ein einziger Satz ohne Quellenangabe abgeschrieben wurde. In der Praxis hat die Gutachterin bzw. der Gutachter hier natürlich einen relativ großen Ermessenspielraum zwischen dem Urteil „Plagiat“ und „Quellenangabe vergessen“.

3 Plagiatssoftware
Angesichts der steigenden Anzahl von Plagiaten hat der Studiendekan … die Plagiatssoftware PlagiarismFinder 2.0 angeschafft, die bei begründeten Verdachtsfällen eingesetzt wird. Die prüfungsrechtlichen Voraussetzungen für die Nutzung der Software schuf der Fakultätsrat, indem er die Abgabe digitaler Fassungen von Abschlussarbeiten in die Prüfungsordnungen aufgenommen hat. PlagiarismFinder ist in der USB-Version auf jedem Windows-Rechner einsetzbar und kann von Dozierenden bei Bedarf im Studiendekanat entliehen werden.

4 Nachweis
Sollte das Gutachten zum Schluss „Plagiat“ kommen und wird die Arbeit deshalb mit „nicht ausreichend“ bewertet, so sollten dem Akademischen Prüfungsamt folgende Unterlagen zur Verfügung gestellt werden: das Gutachten, die Abschlussarbeit und eine Kopie der Quelle, aus der das Plagiat stammt; in beiden Textstücken sollten die plagiierten Textteile farblich markiert werden, die Quelle sollte mit einer Quellenangabe versehen sein.

5 Bußgeld
Das Akademische Prüfungsamt prüft den Sachverhalt und verhängt beim Ergebnis „nicht ausreichend wegen eines Plagiats“ ohne weitere Aufforderung ein Bußgeld gegen die Autorin bzw. den Autor. Es liegt in der Regel bei ca. 200-250€.

6 Wiederholungsfall
Im Wiederholungsfall ist das Vorgehen das gleiche, das Bußgeld beträgt dann ca. 450-500 €.

7 Exmatrikulation bei mehrfacher Wiederholung
Im Fall einer erneuten Wiederholung wäre zu prüfen, ob unter Hinweis auf § 7 Abs. 4e der Einschreibungsordnung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf vom 28.02.07 der § 63 Abs. 5 Satz 6 HG angewandt werden könnte. Dort heißt es „Im Falle eines mehrfachen oder sonstigen schwerwiegenden Täuschungsversuches kann der Prüfling zudem exmatrikuliert werden.“ (Philosophische Fakultät der Uni Düsseldorf)

14.10.2012

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