Zeitung in der Schule – Nein danke!

SWP.Wir-lesen

Keine Angst: Lesen müssen Sie nicht viel bei der neuen Südwest Presse. Seit Kurzem ist Herr Ulrich Becker Chefredakteur dieses Blattes und der weiß durch seine vielfältigen Erfahrungen im Boulevardjournalismus: Der normale Zeitungsleser mag gar nicht viel lesen.

Ein paar großformatige Bilder von Autounfällen, Bürgerkriegsopfern oder Verwüstungen auf einem Marktplatz, auf dem sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt hat, dazu bunte Fotos spärlich bekleideter Damen (auch in der Onlineausgabe); Aktuelles aus dem Rotlichtmilieu und dem Sport, dazu ein paar Berichte von der Lokalredaktion in Ulm, wo der Chefredakteur Hans-Uli Thierer in wildem Durcheinander Tatsachen und Mutmaßungen mit der eigene Meinung, der Unterstützung politischer Freunde oder der kostenlosen Werbung für befreundete ortsansässige Unternehmer mischt…

Das ist das Gemisch, das sich verkaufen lässt. Berufsethos, Wahrhaftigkeit, Neutralität, Qualität – alles überflüssig. Recht hat, wer den Umsatz steigert. Ganz gleich wie.

Und diese Ware SWP, dieses Produkt, das jeder mit etwas geistigem Anspruch nur in den Papiercontainer werfen kann, wird auch noch an Schulen in Ulm und Umgebung geliefert, bezahlt von sogenannten „Paten“, um dort Kinder und Jugendliche zu verderben. (Vielleicht ist der Begriff „Pate“ hier sogar angebracht)

Wie wir erfahren haben, schreibt Professor Spitzer bereits ein neues Buch, in dem die überaus schädliche Auswirkung regelmäßiger „Lektüre“ der Südwest Presse auf Kinder und Jugendliche dargelegt wird.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft kündigte eine Bildungsoffensive gemeinsam mit dem Philologenverband an. Ziel ist es, Lehrer und Lehrerinnen Methoden beizubringen, manipulative Techniken der SWP zu erkennen und aufzudecken und dieses Thema im Unterricht gemeinsam mit den Schülern zu bearbeiten.

Die Vorsitzende der Konferenz der Ulmer Rektoren hat einen Antrag für die nächste Sitzung zur Abstimmung vorbereitet, in dem allen Schulen dringend empfohlen wird, darauf zu achten, dass Schüler auf dem Schulgelände keine Südwest Presse mit sich führen oder anschauen.

Die Ulmer Stadtsparkasse hat angekündigt, ab sofort die Patentschaft im Rahmen des Projektes „Zeitung in der Schule“ niederzulegen und auch zukünftig keine Projekte der SWP an Schulen mehr zu unterstützen. Andere Paten wollen dem Beispiel der Sparkasse folgen. Für sie steht fest: Die geistige Verdummung von Schülern und deren Erziehung zu einfältigen Konsumenten und Gaffern darf nicht unterstützt werden.

Wir vom DF veranstalten einen Wettbewerb für geistig fitte Jugendliche. Aufgabe ist es, einen Artikel aus der SWP mit dem Titel „Finanzhilfe für die Stadtwerke“ (SWP 17.11.2012) in einem kleinen Essay zu analysieren unter den Fragestellungen: Wo werden Tatsachen, wo Meinungen, wo Vermutungen geäußert? Welche Absichten verfolgt der Autor? Wie beurteilst Du Aufbau und Informationsgehalt des Artikels? Um welche Textsorte handelt es sich überhaupt?

Dem Gewinner des Wettbewerbes finanziert der Chef der Sparkasse Ulm Manfred Oster das einjährige Abonnement einer guten europäischen Tageszeitung.

SWP.Boulevard

21.11.2012

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