Bankrott der Stadtwerke Ulm (SWU)

Das konnte niemand vorhersehen. Kein SWU-Chef, kein Oberbürgermeister, kein Aufsichtsrat. Ohne Vorwarnung gerieten die Stadtwerke Ulm / Energie in eine katastrophale finanzielle Schieflage. Innerhalb weniger Stunden musste wegen Zahlungsunfähigkeit die Belieferung der Bevölkerung mit Strom und Gas eingestellt werden. Geschäftsführer Matthias Berz trat zurück. Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Ivo Gönner zeigte sich geschockt : „Damit hat keiner gerechnet. Die Energiewende und Entwicklungen auf dem Energiemarkt, die Ulm nicht beeinflussen kann, führten zur Katastrophe. Matthias Berz trägt keine Schuld. Er genießt mein uneingeschränktes Vertrauen. Ich bedaure seinen Rücktritt sehr.“ Was war geschehen?

Der Bau eines Biomassekraftwerkes in Malsch verteuerte sich 2009 von 11 auf 25 Millionen. Durch ihren Ausstieg aus dem Projekt verloren die Stadtwerke Ulm eine Million Euro. Fehlerhafte Planung anderer!

20-Millionen Euro gaben Ulm und Neu-Ulm im November 2012 an die SWU zur Erhöhung des Stammkapitals von 114 auf 134 Millionen. Grund für die Finanzspritze: bevorstehende Investitionen der SWU.

Das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk Hamm, an dem die SWU mit 9 % beteiligt sind, liefert seit 2007 Strom, seit 2013 muss die SWU den Strom unter dem Herstellungspreis verkaufen. Marktzwänge!

Am Kohlekraftwerk Lünen sind die Stadtwerke Ulm mit 5 Prozent beteiligt. Es soll 2013 in Betrieb gehen; noch vor Inbetriebnahme ist bekannt, dass der Verkauf des dort erzeugten Stromes nicht rentabel sein wird. Energiewende!

Das SWU-Holzgaskraftwerk Senden, dessen Bau im Dezember 2009 begonnen wurde und das 2011 in Betrieb gehen sollte, läuft im April 2013 immer noch nicht. Jeder Tag ohne Produktion kostet Geld. Unbeeinflussbare technische Faktoren!

Seit 2011 wird ein Neubau der Stadtwerke Ulm errichtet. Im Juli 2011 hieß es, der Neubau koste 30 Millionen (SWP 23.7.2011). Jetzt nach Fertigstellung meldet die SWP (15.2.2013), dass der Neubau 42,5 Millionen Euro teurer werde. Verteuerung durch die Verwendung ökologisch besserer Beleuchtung!

Im März 2013 wurde bekannt, dass die SWU im letzten Jahr 15 Millionen Verlust gemacht haben. Überraschend, keiner ahnte das! Vermutlich sparten die Kunden zu viel beim Strom- und Gasverbrauch.

Ende März 2013 meldete die Presse, es gebe bei der Errichtung des Nordsee-Windpark bei Borkum Verzögerungen. Die SWU sind an dem Projekt beteiligt und gewähren deshalb der Betreiberfirma Trianel ein Darlehen von 6 Millionen Euro. Fehlerhafte Planung anderer!

Ja, wie gesagt, das Anwachsen des Schuldenberges und der Sturz in unrentable Projekte durch die Stadtwerke Ulm kamen so blitzschnell, da waren keinerlei Gegenmaßnahmen durch Herrn Berz, Herrn Gönner und die SWU-Aufsichtsräte möglich. Ulms Oberbürgermeister Gönner rät zu Verbraucherdisziplin, Besonnenheit und Einfallsreichtum. Jeder, der eine Idee habe, solle sich direkt ans Rathaus oder an ein Aufsichtsratsmitglied der SWU wenden. Ansprechpartner sind die Aufsichtsräte Gerhard Bühler (FWG), Dr. Thomas Kienle (CDU), Martin Rivoir (SPD) und Michael Joukov (Grüne).

Gönner erläuterte, dass bis auf Weiteres eine Notversorgung aller Ulmer Haushalte durch die Stadtwerke Aalen erfolge. Allerdings müsse der Strom abends ab 20 Uhr abgestellt werden, mit Ausnahme des SWU-Gebäudes, wo die neuen energiepolitischen Planungen rund um die Uhr liefen, und des Büros des Lokalchefs der SWP, der schließlich auch nachts an seinen Artikeln arbeiten müsse, damit die Ulmer bestens informiert seien. Gönner empfiehlt den Bürgern, sich abends anstelle von elektrischer Festbeleuchtung und Fernsehen an Kerzenschein und Hausmusik zu erfreuen. Außerdem soll zukünftig auf die dezentrale Energieversorgung gesetzt werden, da diese eine größere Versorgungssicherheit und stabilere Preise garantiere. Bei dieser Gelegenheit stellte der Ulmer OB den Prototyp eines mobilen Windrades vor, der in einem Pilotprojekt von allen Ulmer Gemeinderäten erprobt werde (Siehe Abbildung unten).

Herr Berz war für eine Stellungnahme nicht mehr zu erreichen. Wie die SWU mitteilte ist er bereits nach Südafrika abgereist, um dort wenige Autostunden von Johannesburg entfernt im „legend golf & safari resort“ Golf zu spielen und dabei auf neue Ideen zu kommen.

SWU.MobilesWindrad

2.4.2013

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