Die Visionen des Herrn Berz

SWU-Gebäude

Auf unserem Foto sehen Sie den neuen Amtssitz unseres Ulmer Energievisionärs Matthias Berz. Ursprünglich mit 30 Millionen geplant, soll er nach neuesten Schätzungen 42,5 Millionen Euro kosten. Macht nichts. Die Ulmer würden für Berz‘ Residenz auch 100 Millionen ausgeben.

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15 Millionen Verluste haben die Stadtwerke Ulm 2012 gemacht. 2013 soll jetzt eine halbe Million Euro gespart werden. Ein Einstellungsstopp wurde verfügt, fünf Prozent des Personals will die Führung der SWU abbauen, von 1100 Stellen sollen durch Fluktuation 55 Stellen wegfallen.

Wie konnte es bloß dazu kommen, dass die Stadtwerke Ulm, die seit dem Bau des Gaswerks am Neutor im Jahr 1853 noch nie Verluste gemacht haben, in eine so missliche Lage gerieten?

Um eines gleich zu Anfang klarzustellen: Die Verluste entstanden nicht durch die Anschaffung zweier Dienstwagen des Typs Mercedes, E-Klasse, T-Modell, silbergrau durch Herrn Matthias Berz, der den zweiten bestellte, als er bei Lieferung des ersten feststellen musste, dass dieser nicht ganz seinen Vorstellungen entsprach. Die Verluste entstanden auch nicht dadurch, dass die Stadtwerke Ulm den Golfclub Ulm sponsern, um dort Kunden der SWU und Freunden des Herrn Berz ein kleines Vergnügen zu ermöglichen.

Ausführlich legte der Lokalchef Hans-Uli Thierer in seiner Zeitung am 13.April dar, dass weder die Dienstwagen noch die Finanzierung des Golfclubs für das SWU-Defizit ursächlich seien und man einem Chef wie Berz, der sogar seine Eintrittskarten in den Weihnachtszirkus selbst bezahle, absolut nichts Schlechtes nachsagen könne. Dem schließt sich der DF-Stammtisch an.

Wir gehen sogar noch einen Schritt weiter: Dass Herr Berz die Stelle eines persönlichen Assistenten nach dem allgemeinen Einstellungsstopp hausintern neu besetzt und damit einem Mitarbeiter zu einer kleinen Gehaltsaufbesserung verholfen hat, ist völlig in Ordnung. Es ist uns völlig unverständlich, dass unter den Mitarbeitern der Stadtwerke Ulm Misstrauen und Verärgerung herrschen und aus den Sitzungen von Geschäftsführer und Abteilungsleiter Protokolle anonym an die Südwest Presse weiter gegeben und sogar noch mit „galligen Bemerkungen“ versehen werden.

Wir als normale Menschen können uns oft gar nicht vorstellen, was in einem Visionär wie Matthias Berz vorgeht. Nehmen wir z.B. seine Aktienkäufe. Im Jahr 2008 kaufte der SWU-Chef Berz 7050 Aktien der Centrotherm Photovolaik AG in Blaubeuren. In der Zeit, als der Kurswert der Aktie von 52 auf 12 Euro abstürzte, kaufte Herr Berz weitere Aktien: 2009 7000 Aktien, 2010 16.000 und 2011 38.000. Überraschend wurde die Firma insolvent. Der Verlust für die Stadtwerke Ulm 1,5 Millionen Euro. Wir vom DF sind sicher: Der Kauf dieser Aktien wird sich irgendwann bezahlt machen. Der Visionär Berz weiß genau, was er tut.

So verhält es sich auch bei den Beteiligungen der Stadtwerke Ulm an verschiedenen Kraftwerksprojekten des Unternehmens Trianel. In der Vergangenheit der SWU herrschten die kleinkarierten Buchhalter. Sie waren zu großen Würfen unfähig, das städtische Unternehmen blieb mittelmäßig. Der Visionär Berz, der seit 2003 alleiniger Chef der SWU ist, hat dagegen große Ziele. Er will den Energieriesen in Deutschland Paroli bieten. In Großprojekte investieren. Klotzen statt kleckern. Die Zahl der Kunden ständig vergrößern. Die Menge des verkauften Gases und Stroms ständig vergrößern. Immer höhere Erträge erwirtschaften. Wer visionäre Strategien verfolgt, erlebt vielleicht zeitweilig einen kleinen Rückschlag. Langfristig kann er nur Erfolg haben. Was sind schon 15 Millionen Verlust 2012?

196,04 Millionen Euro hat der Visionär Berz vom Geld der Stadtwerke Ulm in das Gaskraftwerk Hamm, das Kohlekraftwerk Lünen und das Windkraftwerk Borkum investiert. 193,8 Millionen wird der Visionär Berz noch in das Kraftwerk Krefeld investieren. Leider erwachsen zurzeit aus allen diesen Projekten Verluste. Aber gemeinsam mit den 15 Aufsichtsräten, gemeinsam mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Ivo Gönner sind wir vom DF-Stammtisch der festen Überzeugung: Matthias Berz‘ Rechnung wir aufgehen! Die Stadtwerke Ulm werden dereinst zu einem der größten Energieversorger Deutschlands oder gar Europas. Die Einnahmen aus dem Verkauf von Strom und Gas werden sprudeln; aus diesen Einnahmen wird Ulm einen einzigartigen ÖPNV finanzieren können, mit S-Bahnen, U-Bahnen, Donau-Airport, Donaufähren… Wie Ölscheichs mit ihrem Reichtum die Wüste zum Blühen bringen, wird sich Ulm durch seine Einnahmen aus dem Gas- und Stromgeschäft der SWU aus einer kleinen Spatzenstadt in eine Donaumetropole verwandeln, die Wien und Budapest in den Schatten stellt.

SWU-Beteiligungen

Klicken Sie zur Vergrößerung auf die Abbildung. Quellen: www.swu.de & www.trianel.com

19.4.2013

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