Liebesglück und Liebesleid

oder: Sex als List der Evolution

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Eine Sichtweise (die poetische)

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Verliebt sein – auf keine Gegenliebe stoßen. Geliebt werden – Liebe nicht erwidern. Leid erfahren, Leid verursachen. Wenn es gut geht: Himmelhochjauchzend wechselseitig lieben: immer an den Geliebten denken…von der Stimme der Geliebten betört sein. Glücksempfinden in der gemeinsamen Zeit …der Duft der Angebeteten, die Wonnen sanfter Berührungen – doch das alles oft nur von kurzer Dauer. Was folgt ist Liebespein. Aber wie arm, das nie erlebt zu haben.

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Eine andere Sichtweise (die biologische)

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Sollte die Liebe nüchterner betrachtet werden? Etwa so, wie Franz Moor es tut, der es nicht verwindet, dass der Vater stets seinem Bruder Karl den Vorzug gab, und deshalb den Liebesakt, der zu seiner Zeugung führte, als nichts Heiliges anzusehen vermag: „Wo steckt denn nun das Heilige? Etwa im Actus selber, durch den ich entstund? – Als wenn dieser etwas mehr wäre, als viehischer Prozess zur Stillung viehischer Begierden?“ (Friedrich Schiller, Die Räuber).

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