Facetten des Wahlkampfs in Neu-Ulm

Noerenberg2014.1

Am kommenden Sonntag entscheiden Neu-Ulms Bürger , wer OB ihrer Stadt sein wird – Gerold Noerenberg oder Detlef Kröger.

Auf dem Höhepunkt des Wahlkampfes richtete der Leiter des größten Neu-Ulmer Theaters einen Aufruf an alle Kulturinteressierte und Intellektuelle, sie mögen doch bitte wie er für den CSU-Mann Noerenberg votieren. Gerüchten zufolge werden nach dieser beherzten Parteinahme und nach einer Wiederwahl Noerenbergs die städtischen Zuschüsse von jährlichen 115.000 € auf 1.000.000 für das Theater Neu-Ulm erhöht. Ob die Zuschüsse des Landes Bayern (33.000 € p.a.) ebenfalls erhöht werden, ist bisher unbekannt.

Der umtriebige SPD-Mann Karl-Martin Wöhner erprobte seit Jahren verschiedene Wege zur Macht. Oberbürgermeister wollte er werden, Landtagsabgeordneter. Jetzt versucht er sich als Strippenzieher. Wöhner richtete einen Appell an den Genossen Oberbürgermeister in Ulm. Wie man hört, forderte er Ivo Gönner auf, endlich etwas zur Unterstützung des Kandidaten Kröger beizutragen.

Am Donnerstag morgen entdeckte dann ein Hausmeister an der Fassade des Neu-Ulmer Rathauses politische Parolen. Diese (siehe unser Foto) legen nahe, dass sie von einem Unterstützer Krögers auf die Rathausfront aufgemalt worden sind. Ivo Gönner distanzierte sich in einer öffentlichen Erklärung (siehe unser Foto) von den Schmierereien.

Wie Edwin Ruschitzka von der Südwestpresse Ulm herausgefunden haben will, handelt es sich bei dem Kandidaten Dr. Detlef Kröger in Wahrheit um den stellungslosen Schauspieler Clemens Schmied. Er wurde von den Grünen und der SPD verpflichtet, im Neu-Ulmer OB-Wahlkampf in die Rolle eines Kandidaten zu schlüpfen.

Da die Vorbereitungszeit für Schmied knapp bemessen war, konnte er nicht mehr optimal auf seine Aufgabe vorbereitet werden.Zwei Kompaktkurse in Neu-Ulmer Kommunalpolitik – einer davon bei der Friedrich-Ebert-Stiftung, der andere bei der Heinrich-Böll-Stiftung – verfehlten das Ziel, Detlef Kröger alias Clemens Schmied hinreichende Kenntnisse über den Stand der politischen Diskussion in Neu-Ulm zu vermitteln.

Das macht aber nichts. Denn bekanntlich sind dem Wähler andere Faktoren oft wichtiger. Deshalb bezeichnete sich Herr Detlef Kröger als leidenschaftlichen Hobbykoch und Kinogänger. Allerdings war ihm auf einer öffentlichen Veranstaltung leider kurzzeitig entfallen, welches Gericht er denn am liebsten kocht und welchen Film er zuletzt im Kino gesehen hat. Auch das soll, wenn wir moderner Wahlforschung Glauben schenken, nicht schlimm sein: dem irrenden und unsicheren Kandidaten gehört das Herz des Wählers.

 

WähltNörenberg

 

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