Paywall – oder: Die SWP schlotzen

 

In der Provinz wurde gefeiert: 175 Jahre Hohenloher Tagblatt. Zum Jubiläum erschienen die wichtigen Männer der Südwest Presse, Thomas Brackvogel, der Geschäftsführer, und Ulrich Becker, der Chefredakteur. Selbstverständlich hatten die Herren auch etwas mitgebracht, tiefgründige Gedanken zum Thema „Zeitung von morgen“ nämlich.

„Unser Kerngeschäft ist unabhängiger, guter, klassischer Journalismus. Dem ist es egal, wie er transportiert wird:“ Diese Sätze stammen von Thomas Brackvogel. „Unabhängig“, „gut“ – ob Herr Brackvogel wohl gelegentlich die Artikel der Herren Hans-Uli Thierer, Jakob Resch, Hans-Uli Mayer und Frank König aus der Ulmer Lokalredaktion liest?

Für Ulrich Becker liegt die Zukunft der Zeitung in erster Linie in der regionalen und lokalen Berichterstattung. Keine Rolle spiele, ob die Berichte im Internet, in der Printausgabe oder auf anderem Weg zum Rezipienten gelangten.Wenn die Prämisse Beckers stimmt, ist das Ende der SWP Ulm bereits in Sicht.

Lokalberichterstattung hat hier eine ganz eigene Bedeutung: Herr Thierer verstößt täglich gegen die Grundsätze der Unabhängigkeit und Überparteilichkeit. Herr Resch ist ohne fremde Hilfe nicht in der Lage, einen strukturierten Artikel in einer adäquaten sprachlichen Form zu präsentieren. (Neulich meinte Resch doch tatsächlich, die Stadtverwaltung habe die „Knackpunkte für (die) Sedelhöfe entschärft“). Der Redakteur Hans-Uli Mayer machte sich jahrelang – kritiklos – zum nützlichen Gehilfen von Peter Langer und dessen Donau-Weltpolitik-Narretei. Herr Frank König fabriziert immer eine Schleimspur, wenn er über wichtige Menschen aus der regionalen Wirtschaft oder der IHK berichtet. Im Falle des Sparkassenpräsidenten Manfred Oster rutschte König dabei neulich sogar aus und stürzte.

Lichtblicke, wie sie von den Journalisten Rudi Kübler und Christoph Maier ausgehen (die Beiden wurden zu Recht mit dem Wächterpreis ausgezeichnet) , vermögen die Defizite der Unfähigen und Manipulateure in der Lokalredaktion der SWP kaum auszugleichen.

Ist es also angesichts dieser Sachlage gerechtfertigt, wenn die Südwest Presse die Preise fürs Abonnement anhebt (26 Prozent Preiserhöhung von 2009 bis 2014) und eine „Paywall“ oder „Bezahlschranke“ für ihr Internetportal einführt, also selbst Abonnenten abkassiert, wenn sie pro Monat mehr als 15 Artikel im Onlineportal lesen?

Dieselbe miese Qualität für noch mehr Geld? Das sollte der Online-Kunde der SWP nicht akzeptieren. Deshalb raten wir zu folgendem Weg, um die Bezahlschranke der Südwest Presse zu umgehen:

Besuchen Sie das Portal der Südwest Presse über den Privat-Surfer- Modus: Im Privat Modus (Firefox) bzw. InPrivate-Modus (Internet Explorer) greift die Bezahlschranke nicht.

Sie können also beliebig viele Artikel und Kommentare lesen – wie bei vielen anderen Zeitungen auch – kostenlos.

Schlotzen sagt der Schwabe, wenn er etwas lutscht, an etwas leckt, mit der Zunge bearbeitet, sich etwas im Munde zergehen lässt oder genüsslich trinkt. Schlotzen sagt er aber auch, wenn er jemanden hereinlegt. Die Südwest Presse hat ihre Leser jahrelang mit ungerechtfetigten Preiserhöhungen über den Tisch gezogen. Jetzt ist es an der Zeit, dass der Internetnutzer die Südwest Presse schlotzt.

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