Das Donaubüro

Heute muss ich mal brechen, und zwar eine Lanze für den so oft und zu Unrecht geschmähten Peter Langer, und das von ihm geleitete Donaubüro. Immer wieder die gleichen Vorwürfe, sogar von der Lokalpresse, ich mag es nicht mehr hören. Vergessen denn alle, was dieser Mann sich für Verdienste erworben hat? Wer sorgte dafür, dass das Roxy auf sicherem finanziellem Fundament steht? Wer organisierte das beste Miltärmusikfestival, das es weit und breit jemals gegeben hat? Was ist schon dabei, wenn einer im Verlauf seines Lebens Mitglied fast aller Parteien war, von denen der Normalbürger gar nicht alle kennt? Es schadet nicht, im Gegenteil, es kann nur nützen zu wissen, wie die Ulmer Welt aus maoistischer, aus grün-alternativer oder sozialdemokratischer Sicht aussieht. Es ist auch keineswegs despektierlich, am Ende eines langen Weges der vernünftigen Anpassung aus dem Munde einer CSU-Lokalpolitikerin zu hören: „ Toll, mit welch persönlichem Engagement Sie für das Projekt werben“. Mich würde es nicht wundern, wenn in Kürze in diesem politisch sehr bunten Leben ein weiterer Einschnitt passierte: ein Beitritt zur CSU. Zeugt nicht gerade ein Leben mit so vielen Wendepunkten von Lernvermögen und Lebenserfahrung? Wir wissen es aus der Biologie: auf unserem Planeten überleben langfristig nur Lebewesen, die es verstehen sich ihrer Umwelt anzupassen; der Säbelzahntiger ist ausgestorben.
Und wie es anpassungsfähige Tiere tun (tun müssen! das ist ja biologisches Programm), kämpft Herr Langer um seine Jagdgründe und Nahrungsgrundlagen, wenn er nach Neu Ulm reist, um dafür zu werben, dass neben der IHK und Ulm auch die Nachbarstadt in das Kässlein einzahlt, aus dem er bezahlt wird.
Jetzt mal ehrlich, werter Leser: Würden Sie unter diesen Umständen bei der Werbeaktion nicht auch einen „tollen und engagierten“ Auftritt hinlegen? Wir sollten auch nicht vergessen,dass es um die Sache geht, um das Donaubüro und dessen Aufgaben. Neulich erklärte mir ein erfolgreicher Ulmer Unternehmer, was es damit auf sich hat. Er sagte: Sie müssen sich das so vorstellen. Das Donaubüro ist eine Art Reisebüro, das Reisen, Übernachtungen und Verpflegungen organisiert, dafür aber überhaupt nichts berechnet.Die Reisen dienen der Völkerverständigung und dürfen von bestimmten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gebucht werden. In ein paar Jahren, sagte der Unternehmer, wird sich diese Anschubfinanzierung auszahlen.
Ich war sprachlos angesichts dieses so einfachen und erfolgversprechenden Konzeptes. Deshalb drücke ich in den kommenden Wochen die Daumen für Herrn Langer und das Donaubüro. Ich hoffe und wünsche sehr, dass sich auch unsere bayrische Nachbarstadt an diesem genialen Donaubürokonzept beteiligt.

/16.4.07