Friede den Hütten! Krieg den Palästen!


Er lebt vor der Revolution von 1848, der Epoche des Vormärz, ist Zeitgenosse der Literaten vom Jungen Deutschland, und Heinrich Heines. Mit scharfem Verstand wirkt er als Naturwissenschaftler, mit großem literarischem Talent als Dichter, der neue Ideen in die Literatur bringt. Lenz, Woyzeck und Dantons Tod stammen aus seiner Feder. In seiner Literatur geht es um moralische und politische Probleme. Als 21-Jähriger ruft er 1834 in seiner Schrift „Der Hessische Landbote“ zur Revolution auf. Am 16.10.1813 wurde er geboren, heute ist sein 200.Geburtstag. Happy Birthday, Georg Büchner.
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Hess.Landbote

Heinrich Heine, Ein Weib

Eine Spitzbübin, die meist nur lacht, und ein Dieb, der in größter Not Unterstützung erwartet, aber bitter enttäuscht wird – Nur wenig Personal bietet Heinrich Heine auf, ein paar Kulissen nur braucht er, um uns die Geschichte eines Paares zu illustrieren…

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Heinrich Heine, Ein Weib

Sie hatten sich beide so herzlich lieb,
Spitzbübin war sie, er war ein Dieb.
Wenn er Schelmenstreiche machte,
Sie warf sich aufs Bett und lachte.

Der Tag verging in Freud und Lust,
Des Nachts lag sie an seiner Brust.
Als man ins Gefängnis ihn brachte,
Sie stand am Fenster und lachte.

Er ließ ihr sagen: O komm zu mir,
Ich sehne mich so sehr nach dir,
Ich rufe nach dir, ich schmachte –
Sie schüttelt‘ das Haupt und lachte.

Um sechse des Morgens ward er gehenkt,
Um sieben ward er ins Grab gesenkt;
Sie aber schon um achte
Trank roten Wein und lachte.

Text : Heinrich Heine. Musik & Performance: Donaufisch

Freunde des Kalksteins e.V.


Heute haben wir vom Donaufisch einen Verein gegründet. Er heißt „Freunde des Kalksteins. e.V.“ Unser Vereinsziel besteht darin, die Bedeutung des Kalksteins in unserer Region ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Außerdem möchte wir uns engagiert für einen nachhaltigen Umgang mit dem Kalkstein auf der Schwäbischen Alb einsetzen, dessen Existenz vielerlei Bedrohungen ausgesetzt ist.

Doch kaum ist die gute Idee in die Tat umgesetzt, erscheinen Spötter, denen nichts heilig ist, und ziehen das soeben begonnene Werk in den Schmutz. Nachstehend abgedrucktes Geschreibsel, verfasst von einem Anonymus, wurde heute Abend an die Tür unseres Vereinsheims genagelt.

Wir distanzieren uns von diesem üblen Machwerk und fordern den Verfasser auf, die erhobenen Anschuldigungen und Verleumdungen sofort zurück zu nehmen. Der Wirt und Vereinsvorsitzende Quasselstrippe erklärte, dass er zum Rücktritt vom Vereinsvorsitz entschlossen sei, wenn der Verfasser sich nicht umgehend entschuldige.

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Der Vereinsvorsitzende

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Wenn dich plagt die Lebenspein

Gründe doch einen Verein

Ziel und Zweck sind Nebensachen

Wichtig ist, etwas zu machen

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Erobere den Vorstandsposten

Und – egal mit welchen Kosten –

Mach deinen Verein bekannt

Überall im ganzen Land

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So erhältst du etwas Einfluss

Und vom Rathaus einen Zuschuss

Engagierst zehn Mitarbeiter

Es geht aufwärts – immer weiter

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Versammlung, Sitzung, Konferenzen

Das Ego wächst – ganz ohne Grenzen

Vereinsarbeit nimmt ständig zu

Die Lebenspein gibt endlich Ruh

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Du willst Ansehen, Geld, Bedeutung

Stehst auch täglich in der Zeitung

Hältst dich für ein Schwergewicht

Doch das bist du wirklich nicht

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Kalksteinfreunde e.V.

Ein Fräulein stand am Meere

 

 

Gelegentlich ist der Mensch der Gefahr allzu schwärmerischer Naturbetrachtung ausgesetzt. Dann braucht es bisweilen jemanden, der ihn mit nüchternem Wort auf den Boden der Realität zurückholt.

Ein Fräulein stand am Meere

Das Fräulein stand am Meere
und seufzte lang und bang.
Es rührte sie so sehre
der Sonnenuntergang.

Mein Fräulein! Sein sie munter,
das ist ein altes Stück;
hier vorne geht sie unter
und kehrt von hinten zurück.

Text : Heinrich Heine. Musik & Performance: Donaufisch

Donaufisch – Virtuelles Gasthaus Ulms

Herzlich willkommen im Donaufisch.

Getränke und Speisen müssen Sie selbst bereitstellen. Wir bieten Ihnen nur geistige Nahrung: Polemik, Spott, Satire und gelegentlich kurze literarische Beiträge. Die Wirklichkeit ist oft absurd und grotesk, sodass nur Ironie und Sarkasmus geeignet scheinen, sich ihr anzunähern. Das ist zumindest die Auffassung von Quasselstrippe, dem Wirt vom Donaufisch.
Er ist subjektiv und radikal, hält sich für den Anwalt der Habenichtse und Einflusslosen, ist Idealist und Moralist – und insofern manchmal etwas realitätsfern. Bedenken Sie bei der Lektüre seiner Kommentare bitte stets: sie sind ironisch und vieles saugt sich der Wirt einfach aus den Fingern.

Wünschen Sie, verehrte Besucher, nicht gelegentlich auch, spontan Ihre Meinung zu Plänen und Beschlüssen der Stadtverwaltung öffentlich sagen zu können? Würden Sie nicht gerne ab und zu nach der Lektüre eines Artikels in der Lokalzeitung den Inhalt kommentieren? Zumal dann, wenn Journalisten der Ulmer Südwest Presse – wie so oft – ihre Pflicht zur unabhängigen, unparteiischen Berichterstattung vernachlässigen und sich als Sprecher des Rathauses betätigen?

Sicher haben Sie Ideen, was in Ulm verbessert, verändert oder neu gemacht werden müsste. Denken Sie nicht manchmal, es wäre gut, wenn es einen unkomplizierten Weg gäbe, diese Idee anderen Mitbürgern vorzutragen und deren Meinung zu hören? Das können Sie hier alles ohne großen Aufwand. Schreiben Sie Kommentare. Teilen Sie interessante Beobachtungen mit.

Wenn Sie Anregungen haben oder das Bedürfnis verspüren, uns zu loben, zu tadeln oder zu rüffeln, dann schreiben Sie uns. Wir wünschen einen angenehmen Aufenthalt im Ersten Virtuellen Gasthaus Ulms und  freuen uns, wenn Sie von Zeit zu Zeit wieder vorbeischauen.