Sedelhof in Ulm

Sedelhof in Ulm

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(1) Wer zum Zwecke von Großtuerei und Blenderei den seit jeher in Ulm gebräuchlichen Namen Sedelhof durch Sedelhöfe ersetzt, wird mit regelmäßig wiederkehrendem höhnischem Gelächter nicht unter zwei Minuten bestraft.

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(2) In distinguierter Abendgesellschaft kann das höhnische Gelächter auch durch ein deutlich wahrnehmbares breites Grinsen ersetzt werden, wenn sich einer der Verursacher der sprachlichen Prahlerei aus der Ulmer Stadtverwaltung zeigt.

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(3) Wer Ulmer Straßen oder Plätze verkauft oder an windige Investoren verschacherte Plätze zum Investitionsprojekt des Jahrhunderts erklärt, wird mit Verlusten für die Stadtkasse nicht unter 10 Millionen Euro bestraft.

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(Zitat aus einem Schreiben der Präventiv-Aktiven-Staatsanwaltschaft an OB Ivo Gönner und Baubürgermeister Alexander Wetzig.)

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Friede & Freude & Eierkuchen
Gibt s nur im Ivo-Gönner-Land
Ulmer müssen nicht lang suchen
Ihr Glück, es stammt von Ivos Hand.
Doch wenn s dem Tor hier nicht gefällt
Und er sein Mundwerk nicht mehr hält
Zickt & meckert & räsoniert
Keck König Ivo kritisiert
Der die Geduld mit ihm verliert –
Wird ein Prozess mit ihm geführt
Am Ende wird er ausquartiert

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Das Ulmer Kartoffel-Theorem

Das Kartoffel-Theorem oder – wie es im wissenschaftlichen Disput genannt wird – „potato plot“ lautet:

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Nun sind die Kartoffeln da, jetzt werden sie auch gegessen.

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Formuliert hat die ökonomische Regel Rudolf Engen 1992 in einem ZEIT-Artikel. Was hat das Theorem mit Ulm zu tun? Das Stadtviertel zwischen Ulmer Hauptbahnhof und Münsterplatz bietet eine große Auswahl: Läden, Ärzte, Rechtsanwälte, Notare, Restaurants, Cafés – alles, was das Herz begehrt. Kein Mensch käme je auf die Idee, hier ein neues Einkaufsviertel zu planen. Es sei denn, er wollte absichtlich einen ruinösen Wettbewerb zwischen Geschäften in Gang setzen.

Der Ulmer Kartoffel-Theorem Verfechter freilich denkt nicht wie der normale Mensch. Seine Überlegung:

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Wenn die neue Sedelhof-Galerie erst gebaut und in Betrieb sein wird, findet sie genügend Kunden, um profitabel zu wirtschaften.

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Nicht die Nachfrage schafft das Angebot, wie uns die Wirtschaftswissenschaft weismachen will. Das Angebot schafft die Nachfrage.

Der Ulmer Kartoffel-Theorem Verfechter schließt also einen Vertrag mit einem Investor über die Bebauung des Sedelhofes mit abscheulichen Betonbauten. Er verkauft ihm eine Straße und einen Platz, die er nicht hätte verkaufen sollen. Er macht Zusagen an den Investor, die anderen Geschäfte zum Nachteil sind und sie schädigen. Mit anderen Worten: Der Ulmer Kartoffel-Theorem Verfechter hat sich mit diesem Vertrag jämmerlich über den Tisch ziehen lassen , und meint dazu lapidar:

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Nun ist der Vertrag mit MAB über den Verkauf und die Bebauung des Sedelhofes geschlossen, jetzt wird der Vertrag auch erfüllt.

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In wenigen Jahren steigt MAB aus dem fertig gestellten Sedelhofprojekt aus und verkauft die hässlichen Gebäude einem anderen ausländischen Investor mit sattem Gewinn. Dieser presst noch einige Zeit Profit aus der Shoppingmall heraus. Reinvestiert wird nichts. Dazu fällt dem Ulmer Befürworter des Kartoffel-Theorems nur der Satz ein:

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Nun ist die Heuschrecke da, jetzt müssen wir eben mit ihr leben.

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Schließlich gibt auch die Heuschrecke das Projekt auf, weil es keinen ausreichenden Gewinn mehr abwirft. Die Betonbauten stehen jahrelang leer. Bald ist das Viertel verkommener als jemals zuvor. Doch die Verfechter des Ulmer Kartoffel-Theorems Ivo Gönner und Alexander Wetzig sind jetzt längst in Pension und können für nichts mehr verantwortlich gemacht werden.

Der frustrierte Redakteur Hans-Uli Thierer wird dann ohne jede Sachkenntnis in seiner Zeitung, der Südwest Presse Ulm, emotionsgeladen schreiben, dass er das Kartoffel-Theorem schon immer angezweifelt habe.

Auch der CDU-Oberbürgermeister Gunter Czisch wird äußern, er sei immer skeptisch gegenüber der Sedelhof-Galerie gewesen. Nur die Freien Wähler und die Genossen von der SPD geben angesichts der Investitionsruinen bekannt: damals, als die Entscheidungen fielen, haben alle Fehler gemacht. Es kann jetzt nicht darum gehen, abzurechnen. Wir wollen optimistisch in die Zukunft blicken.

Der Schlauste der SPD, der Landtagsabgeordnete Martin Rivoir, wird bei einer Pressekonferenz Herrn Thierer in die Feder diktieren:

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Nun sind die herunter gewirtschafteten Gebäude am Sedelhof da, jetzt müssen wir sie abreißen und ein rentables Nutzungskonzept für das tolle Areal entwickelt.

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Hinweis

Eine Darstellung des Sedelhofprojektes  und dessen Einbettung in die geplante Neugestaltung des gesamten Viertels um den Ulmer Hauptbahnhof („Citybahnhof“) erschien am 16.10.2013 in

KONTEXTWOCHENZEITUNG

Sedelhof

Straße zu verkaufen

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Sie sind Opfer der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank? Sie wurden von Manfred Oster von der Sparkasse Ulm aus Ihrem Scala-Sparvertrag gemobbt? Welchen Grund Sie auch immer haben mögen, Ihr Geld rentabel und krisenfest anzulegen – wir vom DF hätten da einen todsicheren Finanztipp: Kaufen Sie sich eine Straße in Ulm!

Sie halten das für unmöglich, weil Straßen und Plätze öffentliches Eigentum sind, allen gehören und deshalb nicht verkauft werden können? Da irren Sie sich gewaltig. In Ulm werden auch Straßen und Plätze verkaufen, ohne dass ein gewählter Volksvertreter oder die Bürger gefragt werden. Der sozialdemokratische Oberbürgermeister Ivo Gönner macht ’s möglich.

Nach überaus erfolgreichen Projekten im Bereich der Public Private Partnership (Freizeitbad Atlantis unter dem Betreiber Wolfgang Stichler), dem Cross Border Leasing (Vermietung des Ulmer Kanalnetzes an die amerikanischen Bank PNC) und beim Zinsswap (Zinswettgeschäft der UWS mit der Deutschen Bank) hat Ivo Gönner nun eine weitere Form rentabler Kommunalpolitik entdeckt: den Verkauf von Straßen und Plätzen an potente Investoren.

Aktuell im Angebot wäre Teile der Herrenkellergasse oder der Platzgasse (Fotos unten). Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Herrn Ulrich Soldner, Stadt Ulm, Abteilung Liegenschaften und Wirtschaftsförderung, Wichernstraße 10, 89073 Ulm.

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Dass es problemlos möglich ist, eine Straße an Privatleute zu verkaufen, hat Ivo Gönner bereits bewiesen:

Lange unbemerkt von Gemeinderäten, Medien und Bürgern schloss er mit dem Investor MAB einen Vertrag, in dem die Stadt Ulm die Sedelhofgasse und Teile des Bahnhofsplatzes verkauft. Als Ulmer Volksvertreter in einer geheimen Gemeinderatssitzung versuchten, Änderungen am Vertrag zu erreichen, drohte der Oberbürgermeister ihnen kurzerhand damit, dass beim Verstoß gegen den Vertrag Kosten von acht Millionen Euro fällig wären.

Ist das nicht großartig, wie OB Gönner Ihnen als Investor jeden Widerstand aus dem Weg räumt?

Ivo Gönner beruft sich auf Geheimhaltungs- und Verschwiegenheitspflichten, auf vertragliche Vereinbarungen und europäisches Ausschreibungsrecht und schafft es spielend, Ihnen als Investor ein ruhiges und angenehmes Investitionsklima anzubieten und sie vor lästiger Öffentlichkeit, vor Widerspruch und Widerstand zu bewahren.

Sedelhofgasse

Leider bereits verkauft: Die preisgünstige Sedelhofgasse

Quertreiber und Meckerer werden von unserem Oberbürgermeister ausgeschaltet, per städtischer Verfügung, per Rechtsstreit oder – wenn es gar nicht anders geht – mit Geld.

Das Ulmer Geschäft Sport Sohn wollte einer städtischen Verfügung, ein Vordach abzureissen, weil es in die verkaufte Sedelhofgasse hineinragt, nicht nachkommen. Die Stadt verlor vor dem Verwaltungsgericht und dem Verwaltungsgerichtshof den Rechtsstreit um den Abriss des Vordaches. Jetzt wird Sport Sohns Wohlverhalten gegenüber dem Investitionsprojekt Sedelhof mit „einem sechsstelligen Betrag“ erkauft (vgl. SWP vom 21.9.2013 „Sedelhof-Konflikte spitzen sich zu“).

SedelhofSportSohn

Also, kommen Sie nach Ulm, kaufen Sie sich günstig eine Straße oder einen kleinen Platz. Legen Sie, um die Ernsthaftigkeit Ihrer Absichten zu demonstrieren, einen Investitionsplan vor, der Eindruck macht. Und keine Sorge: Nach Abschluss des Vertrages, treten Sie von Ihrem Investitionsplan zurück und verkaufen Ihre Straße mit Gewinn an einen anderen Investor. Ist das nicht ein toller Finanztipp?

StadtplanUlm

Welche Straße oder welchen Platz würden Sie gerne in Ulm kaufen? Wählen Sie aus und melden Sie sich auf dem Ulmer Rathaus, Abteilung Liegenschaften und Wirtschaftsförderung.

Geheime Chefsache oder Aufstand der Zwerge


Der Oberbefehlshaber (Ölgemälde von Ivo Gönner, Ulm 2013)

IvoUlmsOberbefehlshaber

Unser alter Fuchs Ivo Gönner ahnte wohl, in welche Schwierigkeiten ihn die Sedelhof-Shopping-Mall bringen wird. Deshalb schuf der leidenschaftliche Hobbymaler Gönner in den Sommerferien ein Ölgemälde, das Sie hier auf unserem Foto abgebildet sehen.

Es trägt den Titel „Der Oberbefehlshaber“. Gönners Werk entstand in Anlehnung an ein 450 Jahre alten Gemälde, das von einem unbekannten Maler geschaffen wurde.Die Inspirationsquelle Gönners zeigt den damaligen Bürgermeister Ulms Sebastian Besserer, der im April 1552 auszog, um gegen die Feinde Ulms zu kämpfen.

Warum wählte unser Oberbürgermeister Gönner ausgerechnet dieses Motiv? Wollte er daran erinnern, dass die Ulmer 1552 nur deshalb gegen die Feinde obsiegen konnten, weil sie loyal zu ihrem Bürgermeister Sebastian Besserer standen? Wollte er zeigen, dass auch er mutig und entschlossen für die wahren Interessen der Ulmer kämpft? Die Kunsthistoriker werden in den kommenden Jahrzehnten diese Fragen erörtern.

Was wir heute schon wissen: Alles, was Gönner tut, ist nur zu Ulms Bestem, das gilt auch für seine geheimen und streng geheimen Pläne und Taten.Wir sollten unserem Oberbürgermeister vertrauen und nicht ständig die Offenlegung der Sedelhofverträge mit MAB verlangen. Das hat unser OB nicht verdient.

Das Herrschaftssystem des Sonnenkönigs

Ulms Sonnenkönig Ivo Gönner ist gewohnt, dass er Schalten und Walten kann, wie es ihm beliebt. Widerspruch oder gar Widerstand kennt er nicht. Sieht Ulms Alleinherrscher eine Möglichkeit, einen Plan einzufädeln, um die Einnahmen der Stadtkasse zu erhöhen, tut er es, und zwar heimlich, ohne Gemeinderat, ohne Ausschüsse, ohne Bürger. Gönners Politik lässt sich im Kern in einem Satz zusammenfassen: Tu alles, was der Stadt mehr Geld bringt!

Nur die engsten, zur Verschwiegenheit verpflichteten Verwaltungsmitarbeiter sind in vollem Umfang eingeweiht und führen die Befehle des Monarchen aus. Damit in einer Zeit, da jedermann von Transparenz und Bürgerbeteiligung spricht, kein falscher Schatten auf das Werk des Sonnenkönigs fällt, ist dieser im Gegensatz zu Ludwig XIV. auch zu kleinen Zugeständnissen gezwungen:

Die Mitglieder des Küchenkabinetts (also die Fraktionsspitzen im Gemeinderat) werden hofiert und gebauchpinselt und mit wohldosierter Information versorgt, damit sie ihre Aufgabe erfüllen können, die darin besteht, den Gemeinderat ruhig zu stellen.

Ganz ähnlich werden andere Akteure wie die IHK unter Führung von Dr. Peter Kulitz oder die Südwest Presse unter dem Lokalchefs Hans-Uli Thierer behandelt: Information geben und Mitwirkung zulassen, soweit es nötig ist, um Loyalität zu erhalten und sich politisch nicht zu isolieren.

Ist dann alles „in trockenen Tüchern“ (also im Prinzip alles Wesentliche entschieden und nur noch Peripheres veränderbar), wird die Öffentlichkeit informiert, die Ausschüsse beraten und stimmen zu, unter Umständen, wenn es um ein wichtiges Thema geht (Citybahnhof), dürfen die Ulmer Bürger in einem Internetforum oder in öffentlichen Veranstaltungen ihr Recht auf Beteiligung ausüben und ihre Meinung äußern, die dann gelobt und nicht berücksichtigt wird.

Wie beschrieben verlief die „politische Willensbildung“ auch im Falle des Ulmer Sedelhof-Projektes, das der DF in einigen Beiträgen behandelt hat.

Doch nun wachsen Unzufriedenheit und Widerspruch. Der Sonnenkönig hat bei seiner Geheimpolitik Fehler gemacht, die sogar die devoten Stadträte, einige Handelsunternehmen, der Verein City Marketing, die IHK und die Architektenkammer nicht verzeihen können:

Ivo Gönner hat vor, öffentliche Flächen an den Investor MAB zu verkaufen. Darunter ein „Schlüsselgrundstück“, nämlich den kleinen Platz zwischen McDonald´s und Bahnhofstraße. Wie die Architektenkammer meint, gibt die Stadt damit sämtliche Gestaltungsspielräume für alle Zukunft aus der Hand. Rechtskonstrukte wie Wegerecht könnten das allgemeine Interessen auf Nutzung dieser Flächen nicht gewährleisten.

Offenbar hat der Investor auf Gönner bei den Verhandlungen derartigen Druck ausgeübt, dass er neben der Preisgabe öffentlicher Fläche ein weiteres Zugeständnis machte: Die Unterführung, die vom Bahnhofsvorplatz in die Innenstadt führt, wird zukünftig direkt zum Einkaufszentrum des Investors führen und nicht mehr in die Bahnhofstraße mit der Folge, dass einige Geschäfte vom Hauptbesucherstrom abgehängt werden.

Der größte Witz an dieser Geschichte ist, dass in Ulm weder gewählte Volksvertreter noch betroffene Geschäfte noch IHK und schon gar nicht die Bürger darüber informiert wurden, was denn nun genau in den Verträgen mit MAB steht.

Wir sind gespannt, wie Gönner den Zwergenaufstand von CDU, Freien Wählern, SPD, FDP und Grünen niederschlagen wird. Ganz sicher wortreich, mit viel Charme und Lob. Sie können sich gar nicht vorstellen, verehrte Leser, was für eine Waffe Lob in der Auseinandersetzung mit eitlen Menschen sein kann.

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Neben anderen öffentlichen Flächen will Gönner den Vorplatz vor McDonalds an den Sedelhof-Investor MAB verkaufen. Informiert hat er darüber niemanden, gefragt schon gleich gar nicht. Das muss Ulms Sonnenkönig nicht.

 

Die Sedelhofhymne

 

SedelhofhymneWir waren mitten in den Proben, als uns die schreckliche Nachricht erreichte. Der Chor vom Gasthaus Donaufisch wollte mit einer musikalischen Darbietung die großen Verdienste unseres Oberbürgermeisters Gönner und des Baubürgermeisters Wetzig um die wirtschaftliche Prosperität Ulms würdigen. Eine vom Wirt selbst verfasste Hymne sollte eingeübt und am Tag der Eröffnung der Sedelhof-Galerie von hunderten Ulmer Bürgern zu Gehör gebracht werden.

Und dann das:

Der Investor, die MAB Development Deutschland, mit dem Ivo Gönner einen Vertrag über die Errichtung eines Einkaufszentrums am Sedelhof geschlossen hat, wird abgewickelt. Das beschloss die „Rabo Real Estate Group“, hinter der die niederländische Rabo-Bank steht.

Ivo Gönner hat für 30 Millionen Euro Grundstücke und Gebäude am Sedelhof gekauft, zur Hälfte sind sie bereits abgerissen, McDonald s muss demnächst umziehen und erhält dafür zwei Millionen Entschädigung.

Gönners Vertragspartner MAB, der 150 Millionen in das Projekt investieren wollte, wird liquidiert. Mit anderen Worten: Ulm hat bald in Bahnhofsnähe eine 9.000 qm große freie Fläche, da der Eigentumsübergang an den Investor noch nicht vollzogen ist.

Ein Ausstieg aus diesem Projekt, ist möglich. MAB wird Herrn Gönner eine Entschädigung zahlen, oder, wenn er nicht akzeptiert, möglichst billig bauen und an andere Investoren verkaufen, die nur an einer hohen Rendite und an gewinnbringendem Weiterverkauf interessiert sind.

Also wird Herr Gönner einen anderen Investor suchen. Wir vom DF haben zur Unterstützung der Stadtspitze, die nach Zeitungsberichten „demonstrativ zuversichtlich“ ist, bereits ein Brainstorming gestartet:

Ein neuer Rummelplatz? Ein kleiner naturnaher Park? Die größte (und rentabelste) Kindertagesstätte der Welt, zumindest des Donauraumes (natürlich durch private Investoren betrieben)? Zweckmäßige Neubauten aus Sichtbeton, in denen verschiedene Geschäfte billige Waren anbieten? Ein neues Rathaus? Ein weltweit einzigartiger gastronomischer Großbetrieb von Ebbo Speedmüller?

Oder: Wie wäre es mit einem Ideenwettbewerb, an dem sich alle Bürger Ulms per Internet beteiligen können: City-Sedelhof sozusagen.

Wir vom DF haben beschlossen, die Chorproben fortzusetzen. Wir vertrauen unserem Oberbürgermeister. Ivo Gönner ist der klügste und lustigste aller Bürgermeister und wir haben nicht den geringsten Zweifel, dass er auch diesmal eine Lösung findet, die Ulm eine optimale Rendite garantiert.

Nächste Chorprobe Mittwoch, 29.5.2013 um 20.30 im Gasthaus DF

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Sie reißen ein Gebäude ab, das 1983 für 16,5 Millionen Mark erbaut worden ist und 500 Autofahrern Platz bot, um während eines Einkaufs in der Innenstadt den Pkw abzustellen.

Sie kaufen für 30 Millionen Euro Gebäude und Grundstücke auf und lassen Sie abbrechen, damit ein holländischer Investor ein Einkaufszentrum errichten kann.

Sie zahlen McDonalds zwei Millionen Euro, damit die Junkfootkette aus einem Gebäude auszieht, das sie abrechen wollen.

Als bekannt wird, dass der Investor MAB Development Deutschland liquidiert werden soll, stellt sich der Wichtigste der drei Superschlauen vor die laufende Kamera und gibt sich zuversichtlich, dass mit dem Projekt Sedelhof- Einkaufszentrum alles klappen wird.

Die drei weitsichtigen Männer mit Geschäftssinn, die den Bürgern immer reinen Wein einschenken, heißen:

Ivo Gönner, Oberbürgermeister der Stadt Ulm

Gunter Czisch, Finanzbürgermeister der Stadt Ulm

Alexander Wetzig, Baubürgermeister der Stadt Ulm

Noch ein paar Wochen und der Wichtigste der drei Schlauen wird (wie vor Jahren beim Ulmer Cross-Border-Leasing-Geschäft) vor die Medien treten und erklären: „Dass es am Sedelhof so ein Debakel geben wird, konnte kein Mensch vorhersehen“. Dem kann dann entgegen gehalten werden: Wer mit viel zu wenig Kochkunstverstand in viel zu vielen Töpfen rührt, dem muss früher oder später einiges anbrennen, wenn nicht gar alles missraten.

/25.5.2013

Subway to Shopping Hell


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Die Ulmer Bauverwaltung unter Führung des großen Baubürgermeisters Alexander Wetzig will ihre Untertanen beschenken. Noch nie – seit der Stauferzeit – hat eine Stadtregierung ihren Bürgern ein Geschenk gemacht, das von so viel Einfallsreichtum und Schönheit zeugt. Die Wetzig’sche Sanierung des gesamte Bahnhofviertels in Ulm gilt heute schon lange vor ihrer Vollendung als Meisterwerk. Nicht lange und das neu gestaltete Areal wird in das Weltkulturerbe der Unesco aufgenommen werden.

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Wie Sie auf unseren Fotos oben erkennen können, ist die gegenwärtige Situation unerträglich. Der Blick des Reisenden, der den Ulmer Hauptbahnhof verlässt, fällt auf die stark befahrene Friedrich-Ebert-Straße. Jenseits der Straße erheben sich – einer Mauer gleich – hässliche Nachkriegsbauten, die dem Gast den Zugang zur Stadt verwehren.

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Das nächste Foto (Quelle: Deutsches Architekturforum) zeigt die Situation vor dem Ulmer Hauptbahnhof nach der Sanierung.

Anstelle der abgerissenen Gebäude sind wundervolle Neubauten entstanden, quaderförmig, mit begrüntem Fachdach, bis zu 30 Meter hoch.

Die MAB Development Deutschland (Tochter der holländische Bank Rabo) hat sie in Absprache mit dem großen Baubürgermeister Alexander Wetzig errichtet, um Ulmer Bürgern hinter kunstvollen Fassaden ein einzigartiges Einkaufszentrum zu präsentieren („Die Sedelhoefe“).

Auch die einst stark befahrene Friedrich-Ebert-Straße hat sich unversehens in eine ruhige Straße verwandelt. Nur ein Bus ist zu sehen. Alle Menschen haben ihre Autos zu Hause gelassen, um in Ruhe in der Sedelhof-Galerie einzukaufen.

Der ankommende Reisende fühlt sich – betört von der architektonischen Schönheit – sofort willkommen geheißen und herzlich aufgenommen.

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Vor der Sanierung des Areals mussten die Besucher, die vom Hauptbahnhof in die Innenstadt gelangen wollten, auf die Ebene Minus Eins (wie der Fachmann sagt) oder den „Subway“ (wie im Ulmer Rathaus und bei der SWP eine Unterführung genannt wird) wechseln. Gelegentlich waren dabei Ekel und Angst zu überwinden. Für Behinderte standen die Chancen, über die Unterführung in die Innenstadt vorzudringen, schlecht, da die Rolltreppen, die in die Tiefe führen, häufig defekt sind und ein Aufzug leider nicht zur Verfügung steht.

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Wie Sie im direkten Vergleich feststellen werden,verehrter Leser, ist die Unterführung vor der Sanierung (1.Foto oben) mit dem Subway nach der Sanierung (2.Foto oben) nicht zu vergleichen. Weiter, heller, freundlicher ist der Subway. Die Menschen werden ihn lieben und rege nutzen.

Im Rahmen der Partizipation von Bürgern durften vor kurzem Vorschläge zur Neugestaltung des Bahnhofareals in Ulm gemacht werden („citybahnhof“).

Einige Bürger beteiligten sich daran in dem Glauben, die Stadtverwaltung wolle ihre Meinung hören und berücksichtigen. Ein von vielen unterstützter Vorschlag war, den gesamten Verkehr vor dem Bahnhof in den Untergrund zu verlegen und Fussgängern und Radfahrern die begrünten Flächen vor dem Bahnhof zu überlassen.

Die Stadtverwaltung unter Führung des großen Baubürgermeisters Alexander Wetzig prüfte den Vorschlag gewissenhaft mit dem Ergebnis, er sei zu teuer und angesichts der geplanten Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung unnötig. Entfallen war der Bauverwaltung bei der Diskussion mit dem Bürger, dass der Raum unter der Straße für das Parken benötigt wird.

Jetzt kommt eine neue Tiefgarage vor dem Bahnhof mit 800 Parkplätzen und die Menschen freuen sich darüber , dass sie eine schöne neue Unterführung erhalten. Die Alternativen (auf unseren Fotos unten), die in der Bauverwaltung zur Diskussion standen, hätten den Bürgern nicht so gut gefallen.

Leider hat die neue Unterführung auch einen Nachteil. Sie führt in das neue Einkaufsparadies Sedelhof des Investors MAB Development. Die an Besucherströme bisher direkt angebundenen Geschäfte Peek & Cloppenburg, Schuhhaus Werdich, Sport Sohn, Galeria Kaufhof und Reischmann liegen in Zukunft etwas abseits.

Das ließ sich leider nicht vermeiden, denn schließlich weiß die Ulmer Bauverwaltung erst seit einigen Jahren, dass ein störrischer Hausbesitzer sein Haus nicht an die Stadt verkaufen will und somit eine andere Führung des Ulmer Subway selbst beim besten Willen absolut ausgeschlossen ist.

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/17.5.13

Zwei Millionen für McDonald´s

 

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Als der Leiter der Abteilung Liegenschaften und Wirtschaftsförderung bei der Stadt Ulm im Auftrag seines Chefs Ivo Gönner alle Grundstücke und Gebäude am Sedelhof aufkaufte, die zu bekommen waren, unterlief eine kleine Unachtsamkeit: Beim Erwerb des Hauses Bahnhofplatz 6 wurde übersehen, dass der Mieter dieses Gebäudes über einen Vertrag verfügte, der ihm zusicherte, bis 2026 dort bleiben zu können.

Da Ulm plante, alle erworbenen Gebäude abzureißen und das gesamte Areal an einen Investor zu verkaufen, damit dieser dort die Shopping-Mall „Sedelhöfe“ errichtet, gab es nun ein Problem: Was wird aus dem Mieter des Hauses Bahnhofplatz 6, was wird aus dem dort befindlichen Restaurant der Fastfoodkette McDonald’s?

Der in Ulm regierende Sozialdemokrat Ivo Gönner ist bekanntlich einer der klügsten und lustigsten aller deutschen Oberbürgermeister. Deshalb wurde hinter den Kulissen zwischen Stadt und McDonald’s verhandelt und bald eine wundervolle Lösung für das Problems gefunden:

1. McDonald’s verlässt das Haus vorzeitig, um dessen Abriss zu ermöglichen, und zieht für drei Jahre in einen eigens in der Ulmer Fußgängerzone aufgestellten zweistöckigen Container.

2. 2016 erhält das Junkfoodlokal geeignete Räume in der Sedelhof-Galerie, die sich als Einkaufszentrum für den anspruchsvollen Konsumenten bestens für dieses Restaurant eignet.

3. Da die Miete für McDonalds in den Sedelhöfen höher sein wird als im alten Gebäude, übernimmt die Stadt Ulm die Mietpreisdifferenz für die Jahre 2016 bis 2026.

4. Weiterhin erhält McDonalds die Zusage, ein neues Restaurant eröffnen zu können, wenn im Gewerbegebiet Ulm-Nord eine neue Autobahnanschlussstelle geschaffen wird, womit demnächst zu rechnen ist.

Ist das nicht eine großartige Lösung? Und preiswert!

Wie der Lokalchef vor kurzem in seiner Zeitung meldete, soll Ulm diese Einigung mit McDonalds für nur zwei Millionen Euro bekommen. Da kann der Bürger nicht meckern. Das ist vernünftig angelegtes Geld. Wenn alles gut geht, sind die investierten zwei Millionen plus satter Rendite dank der Gewerbesteuereinnahmen aus der neuen Sedelhof-Galerie bald wieder in der städtischen Kasse. Unser Oberbürgermeister ist einfach ein Teufelskerl.

Natürlich gibt es wieder Meckerer, die den Deal madig machen und die Verschwendung von Steuergeld beklagen.

Zwei Millionen Euro für McDonald’s!“, spottete erst gestern einer am Stammtisch, „so blöd ist außer Ulm in ganz Deutschland keine Stadt! Bekommt der siebengscheite Gönner vielleicht als Gegenleistung 530.000 BigMacs, garantiert durch ein geheimes Zusatzprotokoll?

Auf notorische Nörgler hört hier niemand, am wenigsten die Ulmer Gemeinderäte, die selbst erst aus der Zeitung von Gönners Supercoup erfahren haben. Sie halten die McDonald’s Subvention für eine spezielle Spielart der Ulmer Kulturpolitik, die durch vielfältige Kürzungen der städtischen Kulturförderung in den letzten Jahren erst ermöglicht wurde.

Auf Anfrage sagte uns ein Gemeinderat, der namentlich nicht genannt werden will:

Wer geht denn heute noch ins Theater? Wer besucht schon klassische Konzerte? Die weltbekannte Küche von McDonalds schätzen dagegen Milliarden Menschen weltweit und auch in Ulm sind es nach statistischen Erhebungen 72.537 Mitbürger und Mitbürgerinnen, zu deren Lieblingsbeschäftigung neben Shopping der Besuch des kulinarischen Burgerparadieses zählt. Deshalb ist jede Unterstützung von McDonalds durch die Stadt Ulm Kulturpolitik.“

Ja, dem schließt sich der DF an und erlaubt sich, Oberbürgermeister Ivo Gönner noch einen weiteren Vorschlag zur Förderung der Kultur zu unterbreiten:

Sorgen Sie, verehrter Herr Gönner, dafür, dass McDonalds an allen Schulen eine Ernährungsberatung durchführen kann. Das würde der Ulmer Kulturpolitik den Charakter der Nachhaltigkeit verleihen und wäre beispielgebend für alle Städte Deutschlands.

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/ 29.3.13

Shopping-Mall-City

 

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Wieder einmal durften die Bürger Ulms erfahren, dass das Rathaus von einem einzigartigen Oberbürgermeister geleitet wird. Stets gilt das ganze Bemühen Ivo Gönners dem größtmöglichen Glück der Ulmer.

Während seiner Regentschaft beschenkte er die Menschen beider Donaustädte mit einer Multifunktionshalle (Ratiopharm-Arena) und einem Freizeitbad (Wonnemar) und übergab die beiden mit öffentlichen Mitteln finanzierten Einrichtungen privaten Betreibern. Nun wird Gönner den Ulmern eine Shoppingmall schenken. Das haben sich alle Bürger schon immer gewünscht. Der Jubel in der Stadt ist groß.

Der Fuchs Gönner bereitete das Großprojekt Sedelhöfe von langer Hand vor. Eingeweiht waren nur wenige Helfer und die politisch wichtigsten Personen der Stadt. Viele Mitwisser verderben alles . Wer politisch wirklich Großes schaffen will, muss im Stillen arbeiten. Bürgerbeteiligung gefährdet erfolgreiche politische Arbeit.

Von 2007 bis 2010 kaufte der städtische Bedienstete Ulrich Soldner am Sedelhof alle Grundstücke und Gebäude für insgesamt 30 Mio. Euro. 2011 fand europaweit ein Ausschreibungsverfahren statt (streng geheim, da „heikle Wettbewerbsvorschriften“ dies erforderten). Zehn Investoren bekundeten daraufhin Interesse, drei kamen in die engere Wahl.

Ende April 2012 gab die Lokalpresse schließlich bekannt, dass der Ulmer Gemeinderat (nichtöffentlich und einstimmig) beschlossen habe, Planung, Bau und Vermarktung des Sedelhofes der MAB Development Deutschland (dahinter steht die holländische Bank Rabo) zu übertragen. Eine 18.000 Quadratmeter große Einkaufsgalerie wolle das Immobilienunternehmen am Sedelhof errichten, erfuhr der ahnungslose, aber hoch erfreute Ulmer Bürger, nachdem alle wesentlichen Entscheidungen getroffen worden waren.

Insgesamt 150 Mio. Euro will MAB investieren, davon 31 Mio. für Grundstücke. Die Stadt reißt vor dem Deal alle Gebäude auf eigene Kosten ab. Das Bebauungsmodell stammt vom Büro Grüntuch Ernst Architekten aus Berlin. Der Ulmer Baubürgermeister brach im Gemeinderat in Begeisterung aus: „…erste Bundesliga des Städtebaus…“. Auch unser DF-Stammtisch konnte seine überschwängliche Freude über die geplanten Gebäude nicht verbergen: Quaderförmig, mit begrüntem Fachdach, bis zu 30 Meter hoch – was begehrt das Herz mehr?

Das Projekt wird ohne Frage großen Erfolg haben, wie ein Blick in die Mainmetropole zeigt. In Frankfurt plante, baute und betreibt MAB „MyZeil“. Auf 52.000 Quadratmetern bieten so einzigartige Geschäfte wie Rewe und Saturn Lebensmittel und TV-Geräte an. Der Fitnessclub verfügt sogar über ein Schwimmbad. In einem „Gastro-Boulevard“ werden die Gaumen der Gäste mit Pizza und Currywurst verwöhnt. Ist das nicht umwerfend?

Die richtigen Worte für die neue Sedelhof–Multi-Shopping-Mall fand wie immer ein Wortakrobat der Südwest Presse: die City erhalte einen neuen „Verweil- und Erlebnischarakter“ stand im Januar 2013 in der Zeitung.

Bisher können die Bürger Ulms und Neu-Ulms nur in einem Einkaufsparadies verweilen und erleben: Im 37.500 Quadratmeter großen Blautal-Center, das 1997 eröffnet worden ist und heute, sechzehn Jahre später, in einer Krise steckt: Realmarkt und Promarkt zogen aus, 13.000 qm Verkaufsflächen bleiben monatelang ungenutzt.

Das Neu-Ulmer Mutschler-Center ist schon seit Jahren geschlossen und wurde jetzt von einem Möbelgeschäft übernommen. Auf 70.000 Quadratmetern ist die Neueröffnung eines Einkaufzentrums geplant (Schwerpunkt Möbel).

Bald wird sich das Angebot an innerstädtischen Malls noch weiter erhöhen: Neben dem Neu-Ulmer Bahnhof entsteht die 25.000 Quadratmeter große Glacis-Galerie. Damit nicht genug: Südlich davon, wenige Schritte entfernt, plant der Investor Ulrich Nickel aus Illertissen auf einem 30.000 qm großen Gelände eine gemischte Bebauung mit Gewerbe-, Einzelhandels- und Dienstleistungsbetrieben.

Sie sehen, der Tag ist nicht mehr fern, an dem die beiden Donaustädte einen neuen Namen erhalten werden: Shopping-Mall-City.

Wenn Sie ökonomisch denkend – wie unser OB – ein Großprojekt wie die Sedelhöfe verwirklichen, dürfen Sie natürlich nicht zögern, mit verstaubten Ansichten von gestern zu brechen. Sparsamkeit und verantwortlicher Umgangs mit Besitz sind schön und recht. Aber für den Fall, dass höhere Gewerbesteuereinnahmen und das Glück der Bürger auf dem Spiel stehen, nur hinderliche Prinzipien.

Den Abbruch einer 1983 für 16,5 Millionen DM errichteten Tiefgarage, die 500 Fahrzeugen Platz bietet, und darüber liegender Gewerberäume (siehe Fotos) sollten Sie ohne Bedenken in Kauf nehmen. Dass die neuen Gebäude nicht ganz so ansehnlich sein werden wie das alte Parkhaus, scheint angesichts des insgesamt positiven Kosten-Nutzen-Kalküls zweitrangig.

Direkt neben den Sedelhöfen liegen Galeria Kaufhof, Peek & Cloppenburg, Reischmann und Sport Sohn. Dort ist die Freude über die neue Mall nicht so groß. Aber die Chefs dieser Unternehmen sollten sich keine Sorgen machen.

Für Investmentgesellschaften tut sich bereits eine bessere Anlagemöglichkeit als Shopping-Malls auf: Die Frankfurter Habona Invest GmbH investiert neuerdings in den Bau und die Vermietung von Kindertagesstätten, da der Staat nicht in der Lage ist, die benötige Anzahl an Kitas selbst zu bauen. Sechs Prozent Rendite ist zwar nicht viel, aber in wirtschaftlich unsicheren Zeiten könnten sie auch OB Gönner davon überzeugen, dass ein heimeliger Betreuungsort für Kleinkinder noch besser für das größtmögliche Glück des Bürgers sorgt als eine wunderbare Shoppingmall mit nur fünf Prozent Rendite.

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1983 wurde es für 16,5 Millionen Deutsche Mark errichtet. Jetzt wird das Sedelhof-Parkhaus im Februar 2013 abgerissen. Ivo Gönner, der Ulmer CBL-Spezialist, hat eine rentablere Nutzung des innerstädtischen Geländes unweit des Ulmer Hauptbahnhofes entdeckt.

/ 16.1.2013