Lombazuig oder die Arroganz der Macht

Ein Lump, der Schwabe sagt „Lomb“, ist ein schlechter Mensch, ein Kerl, dem man besser misstraut. Unter Zeug (schwäbisch „Zuig“) versteht man Gegenstände oder Sachen. „Lombazuig“ sind somit die Sachen eines schlechten Menschen, also Dinge, die wie der Mensch selbst auch nichts taugen.

Bezeichne ich das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland oder die UN-Menschenrechtscharta beispielsweise als „Lombazuig“, so rede ich mehr als abschätzig von diesen Rechtsquellen. Eigentlich mache ich sie verächtlich, ich spotte über sie, ich lehne sie ab und will sie bei anderen ebenfalls in Misskredit bringen.

Die Gemeindeordnung für Baden-Württemberg ist so etwas wie die Verfassung der Städte und Gemeinden. In der Gemeindeordnung sind die Rechtsstellung und Aufgaben von Gemeinderat und Bürgermeister, die Haushaltswirtschaft, die Rechtsaufsicht und anderes mehr geregelt. Ein Gemeinderat, der seine Aufgaben ernst nimmt, braucht diese Gemeindeordnung für seine tägliche Arbeit. Hat er sie nicht, ist er darauf angewiesen, was ihm die Verwaltung und der Bürgermeister sagen.Da eine wesentliche Aufgabe eines Gemeinderates aber genau darin besteht, die Stadtverwaltung und den Bürgermeister zu kontrollieren, ist es ohne Frage unverzichtbar, dass ein gewählter Stadtrat selbst die Gemeindeordnung studiert.

Was sollen wir von einem Bürgermeister halten, der von einem Stadtrat aufgefordert wird, sich an die Bestimmungen der Gemeindeordnung zu halten, und der darauf antwortet:

„So a Lombazuig hänn mir hier am Ratstisch scho zehn Johr net brauchd“?

So redet nur einer, der es mit Recht und Gesetz nicht so genau nimmt, einer, der sich in seiner Machtposition so sicher fühlt, dass er glaubt, sogar öffentlich solche halbstarken Sprüche klopfen zu können.

Das sind dann die Politiker, die bei Stuttgart 21 Volksabstimmungen ablehnen, weil die Beschlüsse zur Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs rechtlich völlig korrekt zustande gekommen seien.

Der Politiker, der die Gemeindeordnung für „Lombazuig“ hält, ist übrigens der sozialdemokratische Oberbürgermeister Ulms Ivo Gönner.

22.7.2011

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Botschafter Ulms

Donaufisch wird Botschafter Ulms

Ulm ist eine Stadt, die auf der weltpolitischen Bühne eine immer bedeutendere Rolle spielt. Am 1. und 2. Februar 2010 kommen knapp 500 Teilnehmer zur ersten EU-Donaukonferenz nach Ulm, auf der die Donaustrategie der EU beraten und über Transport, Energie und Umwelt diskutiert wird.

Oberbürgermeister Gönner trifft sich regelmäßig mit den Stadtoberhäuptern Wiens und Budapests. Unter Führung des mit nationalen und internationalen Auszeichnungen überhäuften Leiters des Ulmer Donaubüros Peter Langer und der viel gelobten Kulturbürgermeisterin Sabine Mayer-Dölle ist die Donauperle auf dem besten Weg zur Weltkulturhauptstadt.

Da kann auch die Ulmer Gastronomie nicht in provinzieller Zurückgebliebenheit verharren. Globalisierung lautet das Gebot der Stunde. Wir vom Gasthaus Donaufisch sind dieser Verpflichtung mit der Eröffnung verschiedener Dependancen nachgekommen.

In den Weltmetropolen New York, Berlin und Paris werden wir zukünftig unseren bescheidenen Beitrag dazu leisten, als Botschafter der Stadt Ulm das Ansehen unseres kulturell-ökonomischen Zentrums auf dem Erdball zu mehren.

DF.Berlin

DF.NY.1

DF.NY.2

DF.Paris

26.1.2010

Büchner-Preis 2007 an Alexander Wetzig

Die Fachwelt spricht von einer Sensation; damit hatte niemand in der ganzen Literaturszene Deutschlands gerechnet: die bedeutendste deutsche Literaturauszeichnung, der mit 40000.- Euro dotierte Georg-Büchner-Preis, geht dieses Jahr an den Ulmer Lyriker Alexander Wetzig. In der Begründung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung heißt es, dass Wetzig in seinen lyrischen Werken, aber auch in seiner Prosa wie kein anderer deutschsprachiger Autor der Gegenwart die „Existenz des in Betonwüsten verlorenen Großstädters belauscht und ausgespäht“ habe und sie „in ganz eigensinniger wunderbar musikalischer Lyrik“ zu spiegeln verstehe. Erst vor kurzem erschien der neue Gedichtband Wetzigs mit dem Titel „Im frischen Wind der Stadt kann nur bestehen, wer sich behaust und beheimatet fühlt“.Selbst die beiden renomiertesten deutschen Literaturkritiker, Marcel Reich-Ranicki und Hellmuth Karasek, zeigten sich überrascht von der Darmstädter Entscheidung, wobei Reich-Ranicki anfügte, dass er Wetzig selbstverständlich kenne und ganz außerordentlich schätze und die Entscheidung der Akademie sehr begrüße. Reich-Ranicki wörtlich:“ Bei der Lektüre der Verse Alexander Wetzigs, offenbart sich mir eine unbeschreibliche sprachliche Schönheit; diese Lyrik muss jeden Empfindsamen zu Tränen rühren.“ Äußerlich beherrscht und unbeeindruckt zeigte sich der Geehrte in Ulm bei einem Gespräch mit eiligst angereisten Journalisten. Er habe schon seit Jahren damit gerechnet mit seinen literarischen Werken in der Fachwelt Anerkennung zu finden. Qualität setze sich durch, es sei nur eine Frage der Zeit. Wetzig fügte wörtlich an: „ Denn anders als die Menschen hier in dieser Stadt, die in einem unsäglichen Zustand der ästhetischen Barbarei leben und gute von schlechter Architektur nicht zu unterscheiden vermögen, wird der Georg-Büchner-Preis von ausgewiesenen Fachleuten in Sachen Ästhetik vergeben.“

/ 24.4.07